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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Endophthalmitis nach Katarakt-OP – viele der Erreger resistent gegenüber Cephalosporinen und Fluorchinolonen

 

CATARACT Miami – mechentel news – Nicholas A. Yannuzzi und Kollegen vom Department of Ophthalmology am Bascom Palmer Eye Institute der University of Miami Miller School of Medicine in Miami, Florida, USA, berichten über klinische Merkmale, Erreger und Sehschärfen-Ergebnisse, die mit dem akuten Ausbruch einer Endophthalmitis nach einer Operation der Katarakt im Verlauf der letzten beiden Jahrzehnte in Verbindung standen. Für diese retrospektive Fallstudie wurden klinische und mikrobiologische Aufzeichnungen über 63 Augen von 63 Patienten durchsichtet, die in einem Tertiärzentrum im Zeitraum von 2006 bis 2015 vorstellig wurden. Bei all diesen Patienten trat eine kultur-positive Endophthalmitis innerhalb von sechs Wochen nach der Operation der Katarakt auf. Im Mittel vergingen acht Tage (Medianwert: 6 Tage) zwischen Operation und Diagnose der Endophthalmitis. Die Erstversorgung umfasste intravitreal appliziertes Vancomycin und Ceftazidim bei 59 der 63 Augen (94 %) sowie intravitreal appliziertes Vancomycin in Kombination mit Amikacin bei den restlichen vier Augen (6 %). In 50 der 63 Augen (79 %) wurde ein intravitreales Dexamethason-Implantat eingesetzt. Die Erstbehandlung umfasste bei 57 der 63 Augen (90 %) eine Glaskörperaspiration sowie die Injektion der Antibiotika; bei den restlichen sechs Augen (10 %) erfolgte eine Pars-plana Vitrektomie. Koagulase-negative Staphylokokken konnten aus 39 der 63 Augen (62 %) isoliert werden, Staphylococcus aureus wurde in sieben Augen (11 %) entdeckt und in den verbliebenen sieben Augen (11 %) konnten Vertreter der Streptokokken (Streptococcus spec.) gefunden werden. 24 der 63 Augen (38 %) erzielten eine Sehschärfe von ≥20/40. Keine der isolierten grampositiven Bakterien erwies sich resistent gegenüber Vancomycin. Allerdings reagierten nur 24 von 49 Isolaten (49 %) sensitiv auf Cephalothin, Cefazolin und Cefurocim. Auf Verbindungen aus der Gruppe der der Gyrasehemmer (Fluorchinolone), genauer auf Levofloxacin reagierten 22 von 52 (42 %), auf Ciprofloxacin 20 von 54 (37 %), auf Moxifloxacin 16 von 47 (34 %) und auf Gatifloxacin 3 von 13 (23 %) sensitiv. Die Autoren der im Februar 2017 im amerikanischen Journal der Ophthalmologie publizierten Studie schlussfolgern, dass sich weder die Erreger noch die Ergebnisse der Sehschärfen zu jenen des vorherigen Jahrzehnts geändert haben. Jedoch erwiesen sich in der aktuellen Studie eine Vielzahl an Isolaten resistent auf Cephalosporine und Fluorchinolone. (ut)

Autoren: Yannuzzi NA, Si N, Relhan N, Kuriyan AE, Albini TA, Berrocal AM, Davis JL, Smiddy WE, Townsend J, Miller D, Flynn HW Jr. Korrespondenz: Harry W. Flynn Jr, Department of Ophthalmology, Bascom Palmer Eye Institute, University of Miami, Miller School of Medicine, 900 NW 17th St, Miami, FL 33136. Electronic address: hflynn@med.miami.edu. Studie: Endophthalmitis After Clear Corneal Cataract Surgery: Outcomes Over Two Decades. Quelle: Am J Ophthalmol. 2017 Feb; 174:155-159. doi: 10.1016/j.ajo.2016.11.006. Epub 2016 Nov 23. Web: http://www.ajo.com/article/S0002-9394(16)30566-9/abstract