Deutliche Senkung der Endophthalmitisrate durch Moxifloxacin bei Katarakt-Eingriffen in Indien

 

CATARACT Madurai – mechentel news – Die postoperative Endophthalmitisrate vor und nach Beginn der intrakameralen Moxifloxacin-Prophylaxe interessierte Aravind Haripriya, David F. Chang und Ravilla D. Ravindran am Aravind Eye Hospital in Madurai, Indien. Sie verglichen dazu die retrospektiv die klinischen Aufzeichnungen sowohl für Phakoemulsifikation als auch für die nahtlose, manuelle minimal-invasive Katarakt-Chirurgie (M-SICS) und zudem bei Patienten mit posteriorer Kapselruptur (PCR). Alle Kataraktoperationen (617.453), die während des 29-monatigen Zeitraums von Januar 2014 bis Mai 2016 an den 10 regionalen Aravind-Augenkliniken durchgeführt worden waren, wurden eingeschlossen. Die elektronisch gespeicherten Daten zu alle Studienaugen wurden ausgewertet. Die Endophthalmitis-Raten vor und nach Moxifloxacin wurden statistisch für alle Augen und separat sowohl für Phakoemulsifikation als auch M-SICS verglichen und zudem für Augen, deren Verläufe durch PCR kompliziert wurden, erhoben. Insgesamt erhielten 302.815 Augen kein intrakamerales Moxifloxacin und 314.638 Augen bekamen es. Es gab einen signifikanten Rückgang der Endophthalmitis-Rate von 0,07 % auf 0,02 % mit Moxifloxacin (p < 0,001). Für die 194.252 Augen mit Phakoemulsifikation betrug die Endophthalmitisrate 0,07 % ohne und 0,01 % mit Moxifloxacin (P < 0,001). Bei den 414.657 Augen mit M-SICS lag die Endophthalmitis-Rate bei 0,07 % ohne im Vergleich zu 0,02 % mit Moxifloxacin (p < 0,001). Etwa die Hälfte der 8.479 Augen, die eine PCR erlitten, erhielt Moxifloxacin und die andere Hälfte nicht. Ohne intrakamerales Moxifloxacin erhöhte die PCR die Endophthalmitisrate fast um das 7-Fache auf 0,48 %; Moxifloxacin reduzierte die Endophthalmitisrate bei PCR auf 0,21 % (p = 0,034). Keine unerwünschten Ereignisse waren auf intrakamerales Moxifloxacin zurückzuführen. Die Autoren fassen in der Februar-Ausgabe 2017 des Fachjournals Ophthalmology zusammen, dass die routinemässige intrakamerale Moxifloxacin-Prophylaxe die Gesamt-Endophthalmitisrate um das 3,5-fache (3-fach bei M-SICS und fast 6-fach bei Phakoemulsifikation) reduzierte. Es zeigte sich auch ein statistischer Nutzen für Augen, die durch PCR kompliziert wurden, und die intrakamerale Antibiotika-Prophylaxe sollte für diese Hochrisikogruppe dringend in Erwägung gezogen werden. In diesen Schlussfolgerungen werden die Autoren durch die hohe Anzahl der in einem einzigen Krankenhausnetz in einem vergleichsweise kurzen Zeitrahmen analysierten Fälle bestärkt. In Anbetracht der Assoziation zwischen hämorrhagischer okklusiver Netzhautvaskulitis mit Vancomycin und der kommerziellen Nichtverfügbarkeit von intrakameralem Cefuroxim in vielen Ländern scheine Moxifloxacin eine effektive Option für Chirurgen zu sein, die sich zur intrakameralen Antibiotika-Prophylaxe entschliessen. (bs)

Autoren: Haripriya A, Chang DF, Ravindran RD. Korrespondenz: Aravind Haripriya, MD, Aravind Eye Hospital, 1, Anna Nagar, Madurai 625020, India. E-Mail: haripriya@aravind.org Studie: Endophthalmitis Reduction with Intracameral Moxifloxacin Prophylaxis: Analysis of 600 000 Surgeries. Quelle: Ophthalmology. 2017 Feb 14. pii: S0161-6420(16)30790-4. doi: 10.1016/j.ophtha.2017.01.026 Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(16)30790-4/abstract

25. Juli 2017