Bei diabetischer Retinopathie im ersten Jahr nach Kataraktchirurgie Risiko für Makulaödem erhöht

 

 

 

CATARACT Birmingham – mechentel news – Im Report 2 der UK Diabetic Retinopathy Electronic Medical Record (UK DR EMR) Users Group geht es um die Feststellung des Anteils „therapiebedürftiger diabetischer Makulaödeme (DMO)“ in Augen zwei Jahre vor und nach Katarakt-Chirurgie. Alastair K. Denniston vom University Hospitals Birmingham NHS Foundation Trust et al. berichten über diese multizentrische nationale Datenbankstudie zur diabetischen Retinopathie mit einer anonymisierten Datenextraktion an über 19 Zentren aus dem elektronischen Patientendatensystem. Die Einschlusskriterien erfüllten Augen von Patienten mit Diabetes ohne DMO vor Studienbeginn, die sich einem kataraktchirurgischen Eingriff unterzogen hatten. Der minimale Datensatz beinhaltete Alter, Sehschärfe (alle Zeitpunkte), Injektionsepisoden, Zeitpunkt der Kataraktchirurgie und ETDRS-Einstufung von Retinopathie und Makulopathie. Hauptzielparameter war der Anteil der Augen, bei denen eine erste Episode einer therapiebedürftigen DMO auftrat, in Bezug zum Zeitpunkt der Kataraktchirurgie im gleichen Auge. 4850 Augen erfüllten die Einschlusskriterien. Der Anteil mit Entwicklung einer therapiebedürftigen DMO in dieser Kohorte lag bei 2,9 % im Jahr vor der Operation gegenüber 5,3 % im Jahr nach der Operation (p < 0,01). Das Risiko einer therapiebedürftigen DMO stieg nach der Operation stark an und erreichte seinen Höhepunkt im Zeitraum von 3 bis 6 Monaten postoperativ. Das Risiko war mit der präoperativen Ausprägung der Retinopathie assoziiert: das Risiko für DMO im ersten postoperativen Jahr betrug 1,0 %, wenn keine diabetische Retinopathie (DR) präoperativ vorlag, 5,4 % bei milder nichtproliferativer DR, 10,0 % bei moderater nichtproliferativer DR, 13,1 % bei schwerer nichtproliferativer DR und 4,9 % bei proliferativer DR (p < 0,01). Die Autoren kommen in der elektronischen Vorabpublikation im Mai 2017 beim British Journal of Ophthalmology zu dem Schluss, dass diese grosse Real-Studie zeige, dass die Rate der Entwicklung einer therapiebedürftigen DMO im Jahr nach einem kataraktchirurgischen Eingriff für alle Grade der Retinopathie stark ansteigt, wobei der Höhepunkt im Zeitraum 3 bis 6 Monate postoperativ liegt. Patienten mit moderater und schwerer nichtproliferativer diabetischen Retinopathie seien besonders gefährdet. (bs)

Autoren: Denniston AK, Chakravarthy U, Zhu H, Lee AY, Crabb DP, Tufail A, Bailey C, Akerele T, Al-Husainy S, Brand C, Downey L, Fitt A, Khan R, Kumar V, Lobo A, Mahmood S, Mandal K, Mckibbin M, Menon G, Natha S, Ong JM, Tsaloumas MD, Varma A, Wilkinson E, Johnston RL, Egan CA; UK DR EMR Users Group. Korrespondenz: Catherine A Egan, Moorfields Eye Hospital NHS Foundation Trust, 162 City Road, London, EC1V 2PD, UK. E-Mail: Catherine.Egan@moorfields.nhs.uk Studie: The UK Diabetic Retinopathy Electronic Medical Record (UK DR EMR) Users Group, Report 2: real-world data for the impact of cataract surgery on diabetic macular oedema. Quelle: Br J Ophthalmol. 2017 May 9. pii: bjophthalmol-2016-309838. doi: 10.1136/bjophthalmol-2016-309838. [Epub ahead of print] Web: http://bjo.bmj.com/content/early/2017/05/09/bjophthalmol-2016-309838.long

13. September 2017