Systematisches Review: erhöhtes Risiko für Offenwinkelglaukom durch Pars-Plana-Vitrektomie

 

GLAUCOMA Florenz – mechentel news – Es wurde berichtet, dass die Pars-Plana-Vitrektomie das Risiko einer okulären Hypertonie und eines Offenwinkelglaukoms erhöht. Die Autoren um Alba Miele aus der Augenklinik des Department of Surgery and Translational Medicine der Universität Florenz führten ein systematisches Review randomisierter und nicht randomisierter Studien durch, um die Inzidenz des Offenwinkelglaukoms und okulärer Hypertonie bei vitrektomierten und nichtvitrektomierten Augen zu vergleichen. Die Literatursuche wurde über MEDLINE und EMBASE bis August 2016 durchgeführt. Daten zur Inzidenz okulärer Hypertonie und des Offenwinkelglaukoms sowie zum durchschnittlichen Augeninnendruck nach mindestens einem Jahr wurden mit Hilfe von Metaanalyse-Modellen mit Zufallseffekten gepoolt. Da nur nicht randomisierte Studien abgerufen wurden, wurde das ROBINS-I-Tool eingesetzt, um das Risiko für Bias im Review zu beurteilen. Sieben eingeschlossene Studien hatten ein gepaartes Design, um die Ergebnisse der vitrektomierten gegenüber den kontralateralen Augen zu vergleichen, mit mittlerem Follow-up von mindestens 12 Monaten. Vier Studien (851 Patienten) lieferten Daten zum Offenwinkelglaukom: Die Inzidenz in vitrektomierten gegenüber nicht vitrektomierten Augen betrug 7,8 % bzw. 4,8 %, was einer metaanalytischen Odds Ratio von 1,67 (95 % KI 1,08 – 2,57) ergab. Sechs Studien (1.060 Patienten) berichteten über das Auftreten von okulärer Hypertonie bei 5,8 % bei vitrektomierten Augen gegenüber 3,1 % in den kontralateralen Augen (Odds Ratio 2,03; 95 % KI 0,97 – 4,22). Dabei fanden sich keine signifikanten Unterschiede im mittleren postoperativen Intraokulardruck (mittlere Differenz 0,31 mm Hg; 95 % KI -0,26 bis 0,89). In der elektronischen Vorabpublikation im April 2017 beim Fachjournal Retina fassen die Autoren ihr Ergebnis wie folgt zusammen: Obwohl das Review ein erhöhtes Risiko für ein Offenwinkelglaukom durch Pars-Plana-Vitrektomie ergab, waren die Studien heterogen oder inkonsistent hinsichtlich der okulären Hypertonie und eines Anstiegs des Augeninnendrucks. Grössere Studien sollten in homogenen Kohorten von Patienten durchgeführt werden, die sich einem Makula-chirurgischen Eingriff unterziehen, wobei komplexe Bedingungen wie Netzhautablösung oder diabetische Retinopathie ausgeschlossen werden sollten. (bs)

Autoren: Miele A, Govetto A, Fumagalli C, Donati S, Biagini I, Azzolini C, Rizzo S, Virgili G. Korrespondenz: Ophthalmology Clinic, Department of Surgery and Translational Medicine, University of Florence and AOU Careggi, Florence, Italy. Studie: OCULAR HYPERTENSION AND GLAUCOMA FOLLOWING VITRECTOMY: A Systematic Review. Quelle: Retina. 2017 Apr 19. doi: 10.1097/IAE.0000000000001651. [Epub ahead of print] Web: http://journals.lww.com/retinajournal/Abstract/publishahead/OCULAR_HYPERTENSION_AND_GLAUCOMA_FOLLOWING.96961.aspx

13. September 2017