Kalium-Natriumhydrogencitrat unterbindet Calciumstein-Entwicklung aus renalen Mikrokalkuli

 

UPPER URINARY TRACT Nagoya – mechentel news – Die Studie von Rei Unno und Kollegen vom Department of Nephro-Urology der Nagoya City University Graduate School of Medical Sciences in Nagoya, Aichi, Japan befasst sich mit dem Effekt von Kalium-Natriumhydrogencitrat auf die Entwicklung mittels Computertomographie-(CT-) diagnostizierter renaler Mikrokalkuli zu symptomatischen Nierensteinen bei Patienten mit Calciumsteinen. Die Wissenschaftler inkludierten Patienten im Alter von 20-80 Jahren, die in der Vergangenheit unter Calciumsteinen litten und daher im Zeitraum von April 2009 bis Juli 2014 das Nagoya City Hospital aufsuchten. Die Patienten wurden retrospektiv unterteilt in Patienten, die entweder Kalium-Natriumhydrogencitrat erhielten (Citrat-Gruppe, n = 60) oder nicht (Nicht-Citrat Gruppe; n = 157). In beiden Patientengruppen wurden sowohl zu Studienbeginn als auch zwölf Monate danach die Blut- und Urinbiochemie sowie das Sediment, die Anzahl der per CT-erkannten Mikrokalkuli, die Anzahl von asymptomatisch verschwundenen Mikrokalkuli und die Schmerzepisoden bestimmt. Die Patienten der Citrat-Gruppe wiesen signifikant erhöhte pH-Werte des Urins (p < 0,001) sowie der täglichen Citratexkretion (p < 0,001) über den Zeitraum der Studie auf. Patienten aus der Nicht-Citrat-Gruppe zeigten ein erhöhtes Auftreten von Mikrokalkuli zum Zeitpunkt des Studienendes (p = 0,002). Im selben Zeitraum verringerte sich hingegen die Anzahl an Mikrokalkuli in der Citrat-Gruppe (p = 0,03). Darüber hinaus, offenbarten multivariate Analysen innerhalb der Citrat-Gruppe eine grössere Chance der Rückbildung asymptomatischer Mikrokalkuli (Quotenverhältnis [OR]: 2,84; 95 % Konfidenzinterval [CI]: 1,49-5,39) sowie weniger Schmerzepisoden (OR: 0,37; 95 % CI: 0,16-0,72) als in der Nicht-Citrat-Gruppe. Die geschlechterspezifische Analyse wies bei Frauen nach der Citrat-Behandlung ebenfalls eine grössere Chance der Rückbildung asymptomatischer Mikrokalkuli (OR: 3,96; 95 % CI: 1,57-10,02) und weniger Schmerzepisoden (OR: 0,22; 95 % CI: 0,07-0,70) auf. Die Autoren, der im Januar 2017 in der Fachzeitschrift International Journal of Urology erschienen Studie, schlussfolgerten, dass Kalium-Natriumhydrogencitrat die Entwicklung von renalen Mikrokalkuli zu symptomatischen Steinen bei Patienten mit Calciumsteinen verhindert. (ut)

Autoren: Unno R, Taguchi K, Okada A, Ando R, Hamamoto S, Kubota Y, Zuo L, Tozawa K, Kohri K, Yasui T. Korrespondenz: Atsushi Okada M.D., Department of Nephro-urology, Nagoya City University Graduate School of Medical Sciences, 1 Kawasumi, Mizuho-cho, Mizuho-ku, Nagoya, Aichi 467-8601, Japan. Electronic address: a-okada@med.nagoya-cu.ac.jp. Studie: Potassium-sodium citrate prevents the development of renal microcalculi into symptomatic stones in calcium stone-forming patients. Quelle: Int J Urol. 2017 Jan; 24(1):75-81. doi: 10.1111/iju.13242. Epub 2016 Oct 17. Web: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/iju.13242/abstract

14. September 2017