Kombination von pIOL-Explantation und Phakoemulsifikation beeinflusst visuelles Ergebnis nicht negativ

 

CATARACT Lausanne – mechentel news – An der Augenklinik Jules-Gonin in Lausanne, Schweiz, untersuchten Paulo G. Meier et al. Sicherheit, Wirksamkeit und Vorhersagbarkeit der kombinierten Explantation einer phaken Intraokularlinse (pIOL, Implantable Collamer Lens) und Phakoemulsifikation und bestimmten die Rate der Komplikationen. Ein sekundäres Ziel war es, zu untersuchen, ob die Berechnung der Intraokularlinse (IOL) durch das pIOL in situ beeinflusst wurde. Für die retrospektive Fallserie wurden die Aufzeichnungen über Patienten mit pIOL-Implantation und späterer Phakoemulsifikation gesichtet. Die Datenanalyse wurde zwischen dem 1. Juli 2015 und dem 31. Dezember 2015 durchgeführt. Erhoben wurden der mittlere korrigierte Fernvisus (CDVA), Sicherheit und Refraktionsstabilität, die Vorhersagbarkeit der Berechnung der IOL-Leistung und postoperative Komplikationen. Die Studie umfasste 38 Augen (29 Patienten). Von diesen Augen lagen 32 (82 %) innerhalb von ± 1,00 Dioptrien (D) der Zielrefraktion und 21 (57,9 %) innerhalb von ± 0,50 D. Der mittlere CDVA-Wert nach IOL-Implantation war signifikant besser als vor der pIOL-Implantation (p < 0,001) und ähnlich wie nach der pIOL-Implantation (p = 0,87). Die Sicherheit dieses mehrstufigen Verfahrens war gut; im Durchschnitt wurden 1,6 Snellen-Linien beim CDVA gegenüber dem Wert vor der pIOL-Implantation gewonnen. Ein retinaler Venenastverschluss trat in einem Auge auf; andere die Sehkraft gefährdende Komplikationen wurden nicht beobachtet. Bei 15 Augen (39,5 %) entwickelte sich eine posteriore Kapseltrübung, die erfolgreich durch Neodym:YAG-Kapsulotomie behandelt wurde. Die Autoren halten in der Juni-Ausgabe 2017 des Journal of Cataract and Refractive Surgery fest, dass der höchste mittlere CDVA-Wert bei der letzten Kontrolluntersuchung erhoben wurde, ebenso wurde eine gute Sicherheit, Stabilität und Vorhersagbarkeit beobachtet. Postoperative Komplikationen waren selten und in allen Fällen bis auf einen nicht bedrohlich. Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass die Kombination dieser Verfahren das endgültige visuelle Ergebnis nicht negativ beeinflusst. (bs)

Autoren: Meier PG, Majo F, Othenin-Girard P, Bergin C, Guber I. Korrespondenz: Ivo Guber, MD, Department of Ophthalmology, University of Geneva, 22 Rue de Alcide-Jentzer, 1205, Geneva, Switzerland. E-Mail: ivo_guber@hotmail.com Studie: Refractive outcomes and complications after combined copolymer phakic intraocular lens explantation and phacoemulsification with intraocular lens implantation. Quelle: J Cataract Refract Surg. 2017 Jun;43(6):748-753. doi: 10.1016/j.jcrs.2017.03.032. Web: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs13167-017-0090-x

7. Januar 2018