Langfristige Anti-VEGF-Therapie ohne wesentlichen Einfluss auf mikrostrukturelle Retina-Veränderungen

 

MEDICAL RETINA Zürich – mechentel news – Der Einfluss einer langfristigen Therapie mit intravitrealen antivaskulärem endothelialen Wachstumsfaktor auf vorbestehende retinale mikrostrukturelle Veränderungen bei Patienten mit diabetischem Makulaödem interessierte Magdalena A. Wirth et al. aus der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich in der Schweiz. In die retrospektive Studie wurden Augen mit diabetischem Makulaödem und ≥ 20 intravitrealen Injektionen von anti-vaskulärem endothelialen Wachstumsfaktor (Aflibercept und/oder Ranibizumab) in der Vergangenheit eingeschlossen. Der primäre Zielparameter was Ausmass der Desorganisation der retinalen inneren Schichten im Vergleich zwischen Ausgangszustand und Zustand nach ≥ 20 intravitrealen Injektionen in der Bildgebung mittels Spektral-Domänen Optischer Kohärenztomografie: Veränderungen der äusseren plexiformen Schicht/Henle-Faserschicht-Verbindung, Unterbrechung der äusseren limitierenden Membran/Ellipsoid-Zone, Störung des retinalen Pigmentepithels/Bruch-Komplexes und Retinaatrophie. Nach dem Screening von 383 Augen wurden 37 Augen in die diese Studie eingeschlossen. Mit Ausnahme der Wiederherstellung der äusseren plexiformen Schicht/Henle-Faserschicht-Verbindung wurden keine signifikanten Veränderungen der mikrostrukturellen Veränderungen zwischen Ausgangszeitpunkt und Studienende nach einer langfristigen Gabe von anti-vaskulärem endothelialen Wachstumsfaktor gefunden (Desorganisation der retinalen inneren Schichten: p = 0,381; äussere plexiforme Schicht/Henle-Faserschicht-Verbindung: p = 0,001; äussere limitierende Membran/Ellipsoid-Zone: p = 0,524; retinales Pigmentepithel/Bruch-Komplex: p = 0,122; Retinaatrophie: p = 0,317). Die bestkorrigierte Sehschärfe nahm im Verlauf der Studie signifikant zu, entsprechend den Veränderungen der zentralen Netzhautdicke und der intraretinalen Flüssigkeitsreduktion (alle p < 0,0001). Das Ausmass der mikrostrukturellen Veränderungen korrelierte negativ mit der bestkorrigierten Sehschärfe (p < 0,05). In der elektronischen Vorabpublikation im August 2017 beim Fachjournal Retina fassen die Autoren zusammen: Abgesehen von der Wiederherstellung der äusseren plexiformen Schicht/Henle-Fiberschicht-Verbindung wurde nach längerfristigen intravitrealen Injektionen kein Einfluss auf vorbestehende retinale Veränderungen festgestellt. Somit hatte intravitreales Ranibizumab oder Aflibercept keinen wesentlichen Effekt (weder positiv noch negativ) auf mikrostrukturelle Veränderungen. (bs)

Autoren: Wirth MA, Wons J, Freiberg FJ, Becker MD, Michels S. Korrespondenz: Department of Ophthalmology, University Hospital Zurich, Zurich, Switzerland. Studie: IMPACT OF LONG-TERM INTRAVITREAL ANTI-VASCULAR ENDOTHELIAL GROWTH FACTOR ON PREEXISTING MICROSTRUCTURAL ALTERATIONS IN DIABETIC MACULAR EDEMA. Quelle: Retina. 2017 Aug 1. doi: 10.1097/IAE.0000000000001788. [Epub ahead of print] Web: https://insights.ovid.com/pubmed?pmid=28767550

7. Januar 2018