Inzidenz von Prostatakrebs bei Männern mit Brustkrebs in der Vorgeschichte nicht erhöht

 

PROSTATE Chicago – mechentel news – Die aktuelle Evidenz für das Risiko von Prostatakrebs nach Diagnose von Brustkrebs bei Männern ist begrenzt und die Leitlinien für das Screening in dieser Population mit potenziell höherem Risiko bleiben unklar. Ziel der Arbeit von Nikita Abhyankar et al. aus dem Department of Urology der University of Illinois in Chicago, USA, war es, das Risiko für Prostatakrebs bei Männern mit Brustkrebs zu quantifizieren. In der Register-Datenbank des Surveillance, Epidemiology and End Results Program identifizierten sie Männer, bei denen zwischen 1988 und 2012 als erstes ein primäres Mammakarzinom diagnostiziert wurde. Diese Männer wurden hinsichtlich des Auftretens eines zweiten Tumors in Form eines primären Prostatakarzinoms sowie der sekundären Outcome-Ergebnisse krebsspezifisches und Gesamt-Überleben nachverfolgt. Es wurden stratifizierte Analysen nach Alter, Brustkrebs-Stadium, ethnischer Herkunft und Brustkrebs-Hormonrezeptorstatus durchgeführt. Das zusätzliche Risiko pro 10.000 Personenjahre und standardisierte Inzidenzraten (SIR) mit 95 % Konfidenzintervall (95 % KI) wurden berechnet. Um die Hazard Ratios (HR) und 95 % KIs für Merkmale im Zusammenhang mit sekundärem Prostatakrebs und Überleben zu schätzen, wurden multivariable Proportional-Hazard-Modelle nach Cox verwendet. In einer Kohorte von 5.753 Männern mit Brustkrebs und einem medianen Follow-up von 4,3 Jahren wurden 250 Fälle eines zweiten primären Prostatakrebs identifiziert. Insgesamt war die Inzidenz des zweiten primären Prostatakarzinoms geringfügig grösser als erwartet (SIR = 1,12; 95 % KI: 0,93 – 1,33), aber statistisch nicht signifikant. Stratifizierte Analysen zeigten Assoziationen zwischen der zweiten primären Prostatakrebsdiagnose und Männern im Alter von 65 – 74 zum Zeitpunkt der Brustkrebsdiagnose (SIR = 1,34; 95 % KI: 1,01 – 1,73), Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs (SIR = 1,23; 95 % KI: 1,11 – 1,39) und AJCC Stadium I Brustkrebs (SIR = 1,36; 95 % KI 1,04 – 1,75). Die Autoren fassen in der September-Ausgabe 2017 des Fachjournals BioMed Central(BMC) Cancer zusammen, dass die Inzidenz von Prostatakrebs bei Männern mit Brustkrebs in der Vorgeschichte ähnlich der der allgemeinen Bevölkerung ist. Männer mit günstigen Eigenschaften ihres Brustkrebses entwickelten häufiger Prostatakrebs, möglicherweise aufgrund eines geringeren konkurrierenden Risikos der Brustkrebsmortalität. (bs)

Autoren: Abhyankar N, Hoskins KF, Abern MR, Calip GS. Korrespondenz: Department of Urology, University of Illinois at Chicago, 820 South Wood Street MC 955, Chicago, IL, 60612, USA. E-Mail: nikita@uic.edu Studie: Descriptive characteristics of prostate cancer in patients with a history of primary male breast cancer – a SEER analysis. Quelle: BMC Cancer. 2017 Sep 25;17(1):659. doi: 10.1186/s12885-017-3640-7. Web: https://bmccancer.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12885-017-3640-7

8. Januar 2018