Nachanalyse von ERSPC und PLCO zeigt übereinstimmende Senkung der Prostatakarzinom-spezifischen Mortalität durch Screening

PROSTATE Ann Arbor – mechentel news – Während die ERSPC (European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer) eine Abnahme der Prostatakarzinom-Mortalität durch Screening aufzeigte, fand man in der PLCO (Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening Trial) keine Reduktion. Ziel dieser internationalen Studie war es, zu untersuchen, ob die Effekte des Screenings auf die Prostatakarzinom-Mortalität im Vergleich zu keinem Screening zwischen ERSPC und PLCO differieren. Unter Federführung von Alex Tsodikov von der University of Michigan in Ann Arbor im Bundesstaat Michigan, USA, wurde ein Regressions-Modell nach Cox für Tod durch Prostatakarzinom in jeder Versuchsgruppe erstellt, jeweils bereinigt nach Alter und Studie. Erweiterte Analysen ergaben eine erhöhte Inzidenz aufgrund von Screening- und Diagnoseuntersuchungen in jeder Gruppe über die durchschnittlichen Vorlaufzeiten (Mean Lead Times, MLTs), die empirisch und unter Verwendung von analytischen oder Mikrosimulationsmodellen geschätzt wurden. In die randomisierten, kontrollierten Studien in Europa und den Vereinigten Staaten waren Männer im Alter von 55 bis 69 Jahren (ERSPC) oder 55 bis 74 Jahre (PLCO) zum Zeitpunkt der Randomisierung aufgenommen worden. In den Interventionsgruppen wurde Screening durchgeführt. Messwerte waren die Inzidenz von Prostatakrebs und Überleben ab der Randomisierung sowie die Inzidenz von Prostatakrebs in den Vereinigten Staaten bevor das Screening begann. Die geschätzte MLTs waren in den ERSPC- und PLCO-Interventionsgruppen ähnlich, waren jedoch in der PLCO-Kontrollgruppe länger als die ERSPC-Kontrollgruppe. In den erweiterten Analysen fanden sich keine Hinweise darauf, dass sich die Wirkungen des Screenings zwischen den Studien unterschieden (p = 0,37 bis 0,47 [Bereich über die MLT-Schätzansätze]). Jedoch ergaben sich starke Hinweise darauf, dass der Nutzen mit der MLT zunahm (p = 0,0027 bis 0,0032). Es wurde geschätzt, das das Screening zu einer Reduktion des Risikos für Tod durch Prostatakrebs von 7 % bis 9 % pro Jahr MLT führt. Dieses wiederum wurde überführt in Schätzungen eines um 25 % bis 31 % beziehungsweise 27 % bis 32 % geringeren Risikos für den Tod durch Prostatakrebs bei einem Screening, wie es in den ERSPC- und PLCO-Interventionsgruppen durchgeführt wurde, verglichen mit keinem Screening. Als Einschränkung der Studie sehen die Autoren die simple Metrik der MLT für den Screening- und Diagnostikprozess an. In der Oktober-Ausgabe 2017 der Annals of Internal Medicine fassen die Autoren zusammen, dass die ERSPC und PLCO, nachdem die Unterschiede bei der Implementierung und den Studiensettings berücksichtigt waren, übereinstimmende Evidenz dafür lieferten, das Screening die Prostatakarzinom-spezifische Mortalität senkt. (bs)

Autoren: Tsodikov A, Gulati R, Heijnsdijk EAM, Pinsky PF, Moss SM, Qiu S, de Carvalho TM, Hugosson J, Berg CD, Auvinen A, Andriole GL, Roobol MJ, Crawford ED, Nelen V, Kwiatkowski M, Zappa M, Luján M, Villers A, Feuer EJ, de Koning HJ, Mariotto AB, Etzioni R. Korrespondenz: Dr. Tsodikov and Mr. Qiu, Department of Biostatistics, University of Michigan, 1415 Washington Heights, Ann Arbor, MI 48109-2029, USA. E-Mail: retzioni@fredhutch.org Studie: Reconciling the Effects of Screening on Prostate Cancer Mortality in the ERSPC and PLCO Trials. Quelle: Ann Intern Med. 2017 Oct 3;167(7):449-455. doi: 10.7326/M16-2586. Web: http://annals.org/aim/article-abstract/2652567/reconciling-effects-screening-prostate-cancer-mortality-erspc-plco-trials

8. Januar 2018