Stenting vor radikaler Zystektomie stellt einen unabhängigen Risikofaktor für Rezidive dar

Swiss Papers

 

Bern – mechentel news – Die Berner Gruppe um Bernhard Kiss untersuchte den Einfluss von Doppel-J-Stents vor einer radikalen Zystektomie auf das Risiko eines Rezidivs im oberen Harntrakt. Die Autoren bewerteten eine Kohorte von Patienten, bei denen vor einer radikalen Zystektomie eine Hydronephrose diagnostiziert wurde, und analysierten die unterschiedlichen Auswirkungen von Doppel-J-Stenting gegenüber dem nephrostomischen Ansatz auf Überlebensergebnisse nach radikaler Zystektomie. Von den 1.005 konsekutiven Blasenkrebspatienten, die mit radikaler Zystektomie behandelt wurden, hatten 11% eine präoperative Drainage des oberen Harntraktes. Die Hälfte davon mit einer Doppel-J und die andere Hälfte mit perkutaner Nephrostomie. Aufgrund multivariabler Analysen berichten die Autoren in der Dezember-Ausgabe 2017 des Journal of Urology, dass Patienten, die mit einem Doppel-J-Stent behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv im oberen Harntrakt nach einer radikalen Zystektomie aufwiesen, verglichen mit denen, die mit Nephrostomie behandelt wurden.

Autoren: Kiss B, Furrer MA, Wuethrich PY, Burkhard FC, Thalmann GN, Roth B. Korrespondenz: Bernhard Kiss, Urologische Universitätsklinik, Inselspital, CH-3010 Bern, Schweiz. E-Mail: bernhard_kiss@yahoo.com Studie: Stenting Prior to Cystectomy is an Independent Risk Factor for Upper Urinary Tract Recurrence. Quelle: J Urol. 2017 Dec;198(6):1263-1268. doi: 10.1016/j.juro.2017.06.020. Web: http://www.jurology.com/article/S0022-5347(17)74752-0/abstract

15. April 2018