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Glaucom: Frühdiagnostik des Offenwinkelglaukoms durch asymmetrische Nervenfaserschichtdicke

Albuquerque – mechentel news – Zur Frühdiagnostik des primären Offenwinkelglaukoms eignen sich laut den Autoren M. Sullivan-Mee et al. vom New Mexico Veterans Administration Health Care System, Albuquerque, intraokulare und interokulare Differenzen in der Dicke der retinalen Nervenfaserschicht und der Makula. Alle Teilnehmer an dieser prospektiven Querschnitts-Kohortenuntersuchung stammen aus einer laufenden institutionellen Glaukomstudie. Um die Makuladicke (Asymmetrie-Scan des hinteren Augenpols) und die Dicke der retinalen Nervenfaserschicht (zirkumpapillärer Scan) in beiden Augen von 50 Patienten mit frühem Offenwinkelglaukom sowie 50 Kontrollpersonen zu bestimmen, benutzten die Autoren die Spektral-Domänen Optische Kohärenztomographie (SD-OCT; SPECTRALIS, Heidelberg). Die Patienten im Frühstadium eines primären Offenwinkelglaukoms (Early POAG) hatten eine glaukomatöse Optikusneuropathie mit leichter, reproduzierbarer Einschränkung des Gesichtsfeldes an mindestens einem Auge, die Mitglieder der Kontrollgruppe wiesen Normalwerte bei Augeninnendruck, Gesichtsfeld und Optikusnerv auf. Nach Aufzeichnung der totalen, oberen und unteren Dicke der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) sowie der Makuladicke wurden die inter- und intraokularen Unterschiede berechnet (Asymmetrie-Parameter).
Die statistische Auswertung schloss Receiver Operating Characteristic (ROC-Kurven) und Multivariate Logistische Regressionsanalyse mit ein. Asymmetrie in der interokularen Makuladicke hatte die höchste diagnostische Sensitivität (88% bei 80% Spezifität; 83% bei 95% Spezifität), gefolgt von der totalen RNFL Dicke (88% bei 80% Spezifität; 75% bei 95% Spezifität). Parameter mit den größten Bereichen unter den ROC-Kurven waren: totale RFNL Dicke (0,937), interokulare RNFL Asymmetrie (0,921), interokulare Asymmetrie der Makuladicke (0,913), untere RNFL-Dicke (0,905), obere RNFL Dicke (0,887), interokulare Asymmetrie der unteren Makuladicke (0.872) und Asymmetrie der intraokularen Makuladicke. Diese sieben Werte unterschieden sich nicht signifikant. In der Multivariaten Logistischen Regressionsanalyse korrelierten die Asymmetrie der intraokularen Makuladicke, die Asymmetrie der interokularen Makuladicke, die Asymmetrie der interokularen RNFL-Dicke und die totale RNFL Dicke unabhängig voneinander mit einem Early POAG. Somit sind für die Autoren der in der Juni-Ausgabe des American Journal of Ophthalmology erschienenen Studie strukturelle Asymmetrieparameter und die RNFL-Dicke gute Indikatoren für das Frühstadium eines primären Offenwinkelglaukoms. Weitere Studien seien angebracht, um diese Ergebnisse zu bestätigen.(B.Sch)

Autoren: Sullivan-Mee M, Ruegg CC, Pensyl D, Halverson K, Qualls C. Korrespondenz: Michael Sullivan-Mee, New Mexico Veterans Administration Health Care System, 1501 San Pedro SE, Albuquerque, NM 87108. Studie: Diagnostic Precision of Retinal Nerve Fiber Layer and Macular Thickness Asymmetry Parameters for Identifying Early Primary Open-Angle Glaucoma. Quelle: Am J Ophthalmol. 2013 Jun 27. pii: S0002-9394(13)00313-9 doi: 10.1016/j.ajo.2013.04.037 Web: http://www.ajo.com/article/S0002-9394%2813%2900313-9/abstract

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