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Ranibizumab bei retinalem Venenverschluss

MEDICAL RETINA Baltimore – mechentel news – P. A. Campochiaro et al. vom Wilmer Eye Institute der John Hopkins Universität in Baltimore, USA, untersuchte die Langzeitergebnisse des Ranibizumab-behandelten retinalen Venenverschlusses (RVV). Es handelt sich um eine prospektive Folgestudie einer Untergruppe von Patienten zweier Phase III-Studien. 34 Patienten mit einem retinalen Venenastverschluss (VAV) und 32 mit einem Zentralvenenverschluss (ZVV), die den RVV-Studienarm der Genentech-gesponserten Ranibizumab-Studie beendet hatten, nahmen nun an der Folgestudie teil. Patienten erhielten wegen eines retinalen Ödems Ranibizumab und wurden im 1. Jahr monatlich und im 2. Jahr mindestens vierteljährlich untersucht. Patienten, die während der Nachbeobachtungszeit Injektionen benötigten, wurden mit Ranibizumab plus einer flächigen Photokoagulation behandelt. Maßgebliche Zielparameter waren der bestkorrigierte Visus und der Anteil an Patienten mit aufgelöstem Ödem. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 49.0 Monaten war bei 17 von 34 VAV-Patienten (50%) das Ödem aufgelöst, definiert als „keine intraretinale Flüssigkeit 6 Monate nach letzter Injektion“. Bei 76% der VAV-Patienten erfolgte die letzte Injektion innerhalb eines 2-Jahres-Zeitraums nach Therapiebeginn und die mittlere Anzahl erforderlicher Injektionen bei persistierendem Ödem betrug im 4. Jahr 3.2. Der bestkorrigierte Visus stieg bei VAV-Patienten mit Ödemauflösung im Mittel um 25.9 Buchstaben an, gegenüber 17.1 Buchstaben (P = 0.09) bei Patienten mit persistierendem Ödem; in beiden Gruppen erreichten etwa 80% einen bestkorrigierten Endvisus von 20/40 oder besser. Nach einer Nachbeobachtungszeit von 49.7 Monaten, hatten 14 von 32 ZVV-Patienten (44%) kein Ödem mehr. Bei 71% der ZVV-Patienten lag die letzte Injektion innerhalb eines 2-Jahres-Zeitraums nach Therapiebeginn und die mittlere Anzahl erforderlicher Injektionen bei persistierendem Ödem betrug im 4. Jahr 5.9. Der bestkorrigierte Visus stieg bei den ZVV-Patienten mit Ödemauflösung im Mittel um 25.2 Buchstaben an, gegenüber 4,3 Buchstaben (P = 0.002) bei Patienten mit persistierendem Ödem und in der ersten Gruppe hatte ein höherer Anteil an Patienten einen Endvisus von 20/40 oder besser (64.3% vs. 27.8%; P = 0.04). 9 Patienten mit Venenastverschluss und 9 mit Zentralvenenverschluss erhielten eine flächige Photokoagulation, wobei nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 9 Monaten (Venenastverschluss) bzw. 11 Monaten (Zentralvenenverschluss) nach dem letzten Laser, nur bei einem Patienten in jeder Gruppe das Ödem aufgelöst war. Die Autoren, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Ophthalmology veröffentlicht haben, resümieren, dass die Behandlung von Venenastverschluss-Patienten mit Ranibizumab exzellente Langzeitergebnisse aufweist. Obwohl die Hälfte nach 4 Jahren noch gelegentliche Injektionen benötigte, hielten sie ihr gutes Sehvermögen aufrecht. Eine bedeutend große Minderheit (44%) von mit Ranibizumab behandelten Zentralvenenverschluss-Patienten hatten eine Ödemauflösung und ein gutes Ergebniss innerhalb von 4 Jahren, aber die meisten (56%) benötigten noch häufige Injektionen, hatten ein eingeschränktes Sehvermögen und eine verhaltene Prognose. (Faßb.)

Autoren: Campochiaro PA, Sophie R, Pearlman J, Brown DM, Boyer DS, Heier JS, Marcus DM, Feiner L, Patel A; RETAIN Study Group.
Korrespondenz: The Wilmer Eye Institute, Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland. E-Mail: pcampo@jhmi.edu. Studie: Long-term Outcomes in Patients with Retinal Vein Occlusion Treated with Ranibizumab: The RETAIN Study. Quelle: Ophthalmology. 2013 Oct 7. pii: S0161-6420(13)00798-7. doi: 10.1016/j.ophtha.2013.08.038. Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(13)00798-7/abstract.

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