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Ruckartige Augenbewegungen bei Fangschreckenkrebsen

Die Autoren um N. J. Marshall vom Queensland Brain Institute der University of Queensland in Brisbane stellen neue Erkenntnisse über die Augenbewegungen bei Shrimps vor: Die Entdeckung, dass Shrimps ihre Augen „umschalten“ können, um einen Fisch anzusehen und seinen Bewegungen zu folgen und „zurückschalten“ können, um etwas anderes zu beobachten, setzt eine ‚primaten-ähnliche‘ Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung voraus, die normalerweise nicht mit Krustentieren in Verbindung gebracht wird. Aus verschiedenen Gründen passen Fangschreckenkrebse (Stomatopoda) nicht ins Bild ihres Unterstamms und nun können ruckartige, anpassende Augenbewegungen ihrem Repertoire an ungewöhnlichen visuellen Fähigkeiten hinzugefügt werden. Ihre Appositionsaugen enthalten einen Bereich erhöhter Sehschärfe, in mancher Hinsicht ähnlich der Fovea in Wirbeltieraugen. Durch schnelle Augenbewegungen von bis zu mehreren hundert Grad pro Sekunde werden Objekte von Interesse einer Überprüfung durch diesen Bereich unterzogen. Während bei anderen Arthropodenarten, darunter Insekten und Spinnen, bekannt ist, dass sie Zonen höherer Sehschärfe besitzen und durch ähnliche, ruckartige Blickverlagerungen benutzen, sind Fangschreckenkrebse die einzigen Krustentiere, bei denen man von solchen Fähigkeiten weiss. Unterschiede zwischen den Arten spiegeln sich im Allgemeinen in der Augengrösse und im Lebensstil der Tiere wider, wobei eher sesshaftere Arten mit grösseren Augen weniger ruckartige Bewegungen aufweisen, als aktivere mit kleineren Augen. Die Fähigkeit zu besitzen, Objekte rasch ansehen und einschätzen zu können, ist für Fangschreckenkrebse ökologisch bedeutsam, wie die Autoren in der Januar-Ausgabe der Philosophical Transactions of the Royal Society, Biological Sciences betonen, schliesslich ist ihr Lebensstil in jeder Hinsicht schnell, wild und tödlich.

Autoren: Marshall NJ, Land MF, Cronin TW. E-Mail: justin.marshall@uq.edu.au. Studie: Shrimps that pay attention: saccadic eye movements in stomatopod crustaceans. Quelle: Phil. Trans. R. Soc. B 19 February 2014 vol. 369 no. 1636 20130042 doi: 10.1098/rstb.2013.0042. Web: http://rstb.royalsocietypublishing.org/content/369/1636/20130042.

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