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Aspirin kein Risikofaktor für perioperative Blutungen bei Operation von Netzhautablösungen

SURGICAL RETINA Grenoble – mechentel news – Diese Studie untersucht die Risikofaktoren für eine Hämorrhagie während der Behandlung einer primären rhegmatogenen Netzhautablösung. Die Autoren um Eva Brillat von der Université Joseph Fourier in Grenoble, Frankreich, nahmen 320 Patienten mit (n = 74) oder ohne (n = 248) Blutung während oder nach der Operation einer Netzhautablösung in die Fallkontrollstudie auf. Die Blutungen konnten dabei im vorderen Segment, choroidal, intravitreal und/oder subretinal lokalisiert sein. Ausschlusskriterien waren Trauma in der Vorgeschichte, vitreoretinaler Eingriff, diabetische Retinopathie und Einnahme von Clopidogrel und/oder einem Vitamin-K-Antagonisten. Zur Bestimmung der Risikofaktoren für perioperative Blutungen wurden uni- und multivariate Analysen durchgeführt. Danach war Aspririn nicht signifikant mit Blutungskomplikationen während oder nach der Operation assoziiert (p = 0,8). Eine Skleraplombe (mit Kryotherapie und Gastamponade) wurde in 47% der Fälle und eine Pars Plana Vitrektomie in 53% der Fälle durchgeführt. Als unabhängige Risikofaktoren für eine perioperative Hämorraghie wurden identifiziert: Anzahl der Kryotherapie-Einwirkungen (Odds Ration 1,12; 95% Konfidenzintervall 1,06 – 1,20), transsklerale Drainage (OR 4,22; 95% KI 1,62 – 10,98) und Durchführung einer Pars Plana Vitrektomie (OR 3,39; 95% KI 1,36 – 8,47). Blutungen waren mit einer niedrigeren anatomischen Erfolgsrate des einzelnen operativen Eingriffs verbunden (74% gegenüber 84%; p = 0,03). Es ergab sich tendenziell ein Hinweis auf eine Verknüpfung zwischen Blutungskomplikationen, einer höheren Rate von wiederholter Netzhautablösung (0,19 ± 0,5 in der Gruppe ohne Blutung gegenüber 0,34 ± 0,6; p = 0,06) und einem niedrigeren Ergebnis des End-Visus (0,5 ± 0,06 logMAR gegenüber 0,7 ± 0,7; p = 0,09). Die Autoren stellen somit in der elektronischen Vorabpublikation im Januar 2015 in Graefe‘s Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology fest, dass Aspirin keinen grösseren Risikofaktor für hämorrhagische Komplikationen während und nach chirurgischem Eingriff wegen Netzhautablösung darstellt. Perioperative Blutungen führen zu einer niedrigeren anatomischen Erfolgsrate der Einzeleingriffe. (bs)

Autoren: Brillat E, Rouberol F, Palombi K, Quesada JL, Bernheim D, Albaladejo P, Aptel F, Romanet JP, Chiquet C. Korrespondenz: Department of Ophthalmology, University Hospital, CHU Grenoble, Grenoble Cedex 09, F-38043, France. E-Mail: christophe.chiquet@inserm.fr. Studie: A case-control study to assess aspirin as a risk factor of bleeding in rhegmatogenous retinal detachment surgery. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2015 Jan 11. [Epub ahead of print] doi: 10.1007/s00417-014-2900-3. Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-014-2900-3.

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