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Bei DSAEK reduziert eine höhere Transplantatgrösse die Rate an Transplantatversagen

CORNEA Liverpool – mechentel news – Eine Untersuchung zur Bedeutung der Transplantat-Grösse für das Ergebnis nach posteriorer lamellärer Keratoplastik (Descemet stripping automated endothelial keratoplasty, DSAEK) legten Vito Romano und Kollegen aus dem Department of Corneal and External Eye Diseases der St. Paul‘s Eye Unit am Royal Liverpool University Hospital in Liverpool, UK, vor. Konsekutive Patienten, die eine DSAEK wegen einer Fuchs-Endotheldystrophie (FED) oder einer pseudophaken bullösen Keratopathie (PBK) erhalten hatten und mindestens ein Jahr nachbeobachtet wurden, konnten in die Studie aufgenommen werden. Die Patienten wurden entsprechend der Grösse des Hornhauttrepans in drei Gruppen eingeteilt: < 9, 9 und 9,5 mm. Die Hauptzielkriterien waren der postoperative best-korrigierte Visus (BCVA) und Transplantatversagen. Die Transplantate wurden mit einem automatischen Mikrokeratom präpariert. Bei grösseren Transplantaten (≥ 9 mm) wurde eine manuelle Dissektion des verbleibenden peripheren Rings der vorderen Lamelle vor der Trepanation durchgeführt. Alter des Spenders, endotheliale Zelldichte (ECD) und Zeitspanne post mortem sowie Angaben über die Empfänger einschliesslich Risikofaktoren, Komorbiditäten, Operationskomplikationen und postoperative BCVA und das Transplantat-Überleben wurden analysiert. Von insgesamt 174 Patienten wurden 131 in die Studie aufgenommen: 84 (64%) mit FED und 47 (36%) mit PBK. Die durchschnittliche prä- und postoperative BCVA lag bei 1,01 ± 0,76 bzw. 0,2 ± 0,2 logMAR nach 12 Monaten, wobei 80,5% einen Wert von 20/40 oder besser erreichten. Die postoperative BCVA stand in signifikanter Beziehung zur ECD (p = 0,005), zu PKB oder FED (p = 0,004), zu Risikofaktoren (p = 0,007) und zu Komorbidität (p = 0,016). Bei 11 Patienten (8,40%) kam es zum Transplantatversagen: 17,86% bei einer Grösse des Transplantats entsprechend einem Trepans von < 9 mm, 7,69% bei 9 mm und 3,84% bei 9,5 mm. Transplantatversagen war signifikant assoziiert mit ECD (p = 0,039) und Transplantatgrösse (p = 0,04). Die Autoren fassen ihre Ergebnisse in der Juni-Ausgabe 2015 des British Journal of Ophthalmology wie folgt zusammen: Grössere Transplantate besetzen eine geringere Sehnenlänge im Auge als die Trepansgrösse und verursachen so erwartungsgemäss 10 – 20% mehr endotheliale Zwellen. Erhöhte Transplantatgrösse und Spender-ECD korrelieren signifikant mit einer reduzierten Rate von Transplantatversagen. (bs)

Autoren: Romano V, Tey A, Hill NM, Ahmad S, Britten C, Batterbury M, Willoughby C, Kaye SB. Korrespondenz: Dr Vito Romano, St. Paul‘s Eye Unit, Royal Liverpool University Hospital, 8Z Link, Prescot Street, Liverpool L7 8XP, UK. E-Mail: vito.romano@gmail.com. Studie: Influence of graft size on graft survival following Descemet stripping automated endothelial keratoplasty. Quelle: Br J Ophthalmol. 2015 Jun;99(6):784-8. doi: 10.1136/bjophthalmol-2014-305648. Epub 2015 Jan 12. Web: http://bjo.bmj.com/content/99/6/784.abstract.

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