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Risikofaktoren für Fremdkörperverletzungen des vorderen Augenabschnitts sowie nachfolgende Enukleation identifiziert

Newmarket – mechentel news – Die Autoren Roser Tetas Pont et al. vom Animal Health Trust in Newmarket im Vereinigten Königreich sichteten die klinischen Daten von Hunden, die ein Trauma durch einen Fremdkörper im Bereich der Kornea und des vorderen Augenabschnitts (corneal and anterior segment foreign body, CASFB) erlitten hatten und bestimmten die Risikofaktoren für ein Fremdkörper-Trauma und eine nachfolgende Enukleation. Die Studie umfasste Hunde mit einem CASFB-Trauma, die zwischen Januar 2000 und Dezember 2012 im Animal Health Trust (AHT) vorgestellt wurden. Die klinischen Daten der CASFB-Fälle wurden mit denen verglichen, die über die übrigen ophthalmologischen Fälle innerhalb des AHT im selben Zeitraum verfügbar waren. Die Tiefe der Fremdkörperverletzung wurde in fünf Kategorien eingeteilt. Für jede dieser Kategorien wurde die Art des Fremdkörpers und die Entfernungsmethode beschrieben. Das Ausmaß einer sekundären Uveitis und einer Linsenbeteiligung wurde in verschiedene Grade eingeteilt und in Beziehung gesetzt zu nachfolgenden Enukleationen. Das durchschnittliche Alter der 218 identifizierten CASFB-Fälle betrug 3,96 (Standardabweichung 2,95) Jahre. Risikofaktoren für ein CASBF-Trauma waren ein Alter des Hundes unter 5 Jahren, Zugehörigkeit zu den Rassen English Springer Spaniel oder Labrador Retriever und der Einsatz des Hundes als Arbeitshund. Bei der Mehrzahl der Hunde war eine Vollnarkose erforderlich, um den Fremdkörper zu entfernen und Injektionsnadeln waren das am meisten dafür benutzte Instrument. Die Linse war in einigen Fällen mit einem vollständig penetrierenden CASFB-Trauma beteiligt (n = 49; 45%), die meisten erlitten jedoch ein kleineres Linsentrauma (n = 37; 76%). Linsenverletzungen und phakoklastische Uveitiden wurden bei den meisten Hunden durch medikamentöse Therapie beherrscht (n = 37; 76%) und eine Phakoemulsifikation wurde nur bei einigen Hunden als Erstbehandlung gewählt (n = 10; 20%). Eine Enukleation wurde insgesamt bei 6% der Hunde erforderlich. Eine statistisch signifikante Korrelation (p < 0,001) zeigte sich zwischen Enukleation und Tiefe des Fremdkörpertraumas, Grad der Uveitis und Schwere der Linsenverletzung. Die Autoren fassen in der elektronischen Vorab-Publikation bei der Fachzeitschrift Veterinary Ophthalmology im September 2015 zusammen, dass junge Hunde, English Springer Spaniel, Labrador Retriever und Arbeitshunde ein erhöhtes Risiko für ein CASFB-Trauma aufweisen. Als Risikofaktoren für eine Enukleation wurden die vollständig penetrierende Fremdkörperverletzung, schweres Linsentrauma und schwere Uveitis identifiziert. (bs)

Autoren: Tetas Pont R, Matas Riera M, Newton R, Donaldson D. Korrespondenz: Comparative Ophthalmology Unit, Animal Health Trust, Lanwades Park, Kentford, Newmarket, CB8 7UU, UK. E-Mail: roser.tetas@aht.org.uk. Studie: Corneal and anterior segment foreign body trauma in dogs: a review of 218 cases. Quelle: Vet Ophthalmol. 2015 Sep 11. doi: 10.1111/vop.12312. [Epub ahead of print] Web: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/vop.12312/abstract

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