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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Bei Tränenfunktionsstörungen korreliert verminderte Hornhautsensitivität mit klinischen Symptomen und Lidschlagfrequenz

CORNEA Houston – mechentel news – An der ophthalmologischen Abteilung des Baylor College of Medicine in Houston im Bundesstaat Texas, USA, verglichen Effie Z. Rahman et al. die Sensibilität der Hornhaut bei funktionellen Störungen im Tränensystem aufgrund verschiedenster Ursachen. Sie setzten dazu Kontakt- und Nichtkontakt-Ästhesiometer ein, um die Korrelationen zwischen kornealer Sensitivität, Lidschlagfrequenz und klinischen Parametern zu untersuchen. In die vergleichende Beobachtungsfallserie wurden 33 Patienten mit Tränendysfunktionen (Erkrankung der Meibom-Drüsen [n = 11], Tränenflüssigkeitsmangel [n = 10], ohne (n = 7) und mit (n = 3) Sjögren-Syndrom, Konjunktivochalasis [n = 12]) aufgenommen. Die Sensitivität der Hornhaut wurde mittels Cochet-Bonnet- und Luftstrom-Ästhesiometer und die Lidschlagfrequenz durch Elektromyographie bestimmt. Reizsymptome des Auges, Höhe des Tränenmeniskus, Abrisszeit des Tränenfilms (TBUT) sowie die korneale und konjunktivale Anfärbung wurden erhoben. Die mittleren Werte wurden zwischen den Gruppen verglichen und Korrelationen berechnet. Verglichen mit der Kontrollgruppe (Cochet-Bonnet 5,45 mm, Luft-Ästhesiometer 3,62 mg) lagen die mittleren sensorischen Grenzwerte bei Tränenflüssigkeitsmangel signifikant höher, und zwar sowohl beim Einsatz des Cochet-Bonnet- (3,6 mm; p = 0,003) als auch beim Luftstrom-Ästhesiometer (11,7 mg; p = 0,046). Zu den anderen Patientengruppen bestand kein signifikanter Unterschied. Eine verminderte korneale Sensitivität bei einem oder beiden Ästhesiometern korrelierte signifikant mit einer schnelleren TBUT und Lidschlagfrequenz sowie ausgeprägteren Reizsymptomen und Oberflächenanfärbungen. Die mittleren Lidschlagfrequenzen waren sowohl bei Tränenflüssigkeitsmangel als auch bei Konjunktivochalasis signifikant höher als in der Kontrollgruppe. Bei allen Patienten korrelierte die Lidschlagfrequenz positiv mit der okulären Oberflächenanfärbung und den Reizsymptomen und negativ mit TBUT. In der November-Ausgabe 2015 des American Journal of Ophthalmology fassen die Autoren ihre Untersuchungen folgendermassen zusammen: Unter den Bedingungen, die eine Tränendysfunktion verursachen, ist eine reduzierte Hornhautsensitivität mit ausgeprägteren Befunden hinsichtlich Reizsymptomen, Träneninstabilität, okulären Oberflächenveränderungen und Lidschlagfrequenz verbunden. Eine schnelle Lidschlagfrequenz ist mit einem schlechteren Oberflächenzustand des Auges und geringerer Tränenfilmstabilität assoziiert. (bs)

Autoren: Rahman EZ, Lam PK, Chu CK, Moore Q, Pflugfelder SC. Korrespondenz: Stephen C. Pflugfelder, Cullen Eye Institute, Baylor College of Medicine, 6565 Fannin St, NC 205, Houston, TX 77030, USA. E-Mail: stevenp@bcm.edu. Studie: Corneal Sensitivity in Tear Dysfunction and its Correlation With Clinical Parameters and Blink Rate. Quelle: Am J Ophthalmol. 2015 Nov;160(5):858-866.e5. doi: 10.1016/j.ajo.2015.08.005. Web: http://www.ajo.com/article/S0002-9394%2815%2900466-3/abstract.