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Die erweiterte pelvine Lymphadenektomie ermöglicht eine genauere Klassifikation des Lymphknotenbefalls

Modena – mechentel news – Livia Maccio und Kollegen aus dem Department of Diagnostic Medicine, Clinical and Public Health der University of Modena and Reggio Emilia in Modena, Italien, veröffentlichten eine Studie zur Einschätzung eines Zusammenhangs zwischen der Anzahl der histologisch begutachteten Lymphknoten und der Entdeckung von Metastasen. Die Gewebeproben hierfür wurden mittels pelviner Lymphadenektomie (pelvic lymph node dissection, PLND) bei Patienten mit einer radikalen Prostatektomie (RP) infolge eines Adenokarzinoms gewonnen. In diese Studie wurden 1690 Fälle mit radikaler Prostatektomie kombiniert mit PLND einbezogen. Bei 54 % dieser Patienten kam das erweiterte PLND- (ePLND-)Verfahren zum Einsatz. Kaplan-Meier-Kurven bestätigten die negative prognostische Aussagekraft nodaler Metastasen auf die Gesamtüberlebensrate der Patienten (p < 0,0001). Nodale Metastasen waren signifikant mit einem höheren Alter der Patienten (p = 0,0466), höherem pT-Status (p < 0,0001), höherem Gleason-Score (p < 0,0001) und positivem Resektionsrand (p < 0,0001) assoziiert. Die Häufigkeit nodaler Metastasen war ebenfalls signifikant erhöht bei Fällen, die für eine ePLND vorgeschlagen wurden (p < 0,0001), vermutlich aufgrund der erheblich höheren Anzahl, der bei diesem Verfahren geborgenen Lymphknoten (p < 0,0001). Die vollständige histologische Begutachtung der PLND-Proben stand, ungeachtet des Ausmaßes der Ausdehnung des PLND-Verfahrens, weiterhin maßgeblich mit einer höheren Häufigkeit nodaler Metastasen in Verbindung (p < 0,0001). Bei Betrachtung von ausschließlich pNO-Fällen, zeigten 21 Fälle eine ungünstige Prognose; jene Patienten sind innerhalb des Kontrollzeitraumes an der Erkrankung verstorben. Im Vergleich zu den Überlebenden wurden bei der Gruppe von Patienten, die an der Erkrankung verstoben sind, signifikant weniger pelvine Lymphknoten begutachtet (p = 0,0448). Des Weiteren konnte mittels Kaplan-Meier-Analysen gezeigt werden, dass Patienten mit zehn oder weniger untersuchten Lymphknoten eine deutlich verkürzte Erkrankungsspezifische Überlebensrate hatten (p = 0,0151). Die Ergebnisse der von Maccio et al. im Februar 2016 in der Fachzeitschrift Internal and Emergency Medicine elektronisch vorab publizierten Studie bestätigen die negative prognostische Aussagekraft des N-Status bei Prostatakarzinomen. Die Autoren empfehlen zusammen mit dem erweiterten PLND-Verfahren die Begutachtung von mindestens zehn Lymphknoten für eine exakte Bestimmung des N-Status.(ut)

Autoren: Maccio L, Barresi V, Domati F, Martorana E, Cesinaro AM, Migaldi M, Iachetta F, Ieni A, Bonetti LR. Korrespondenz: Federica Domati, Section of Internal Medicine, Department of Diagnostic Medicine, Clinical and Public Health, University of Modena and Reggio Emilia, Modena, Italy. federica.domati@unimore.it. Studie: Clinical significance of pelvic lymph node status in prostate cancer: review of 1690 cases. Quelle: Intern Emerg Med. 2016 Feb 13. [Epub ahead of print]. Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11739-015-1375-5.

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