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Kapillarverlust und panretinale LK vermindern nicht die Wirksamkeit von Ranibizumab beim diabetischen Makulaödem

MEDICAL RETINA Bern – mechentel news – Die prognostische Bedeutung von Kapillarverlust im Bereich der Makula und vorheriger panretinaler Laserkoagulation bei mit Ranibizumab intravitreal behandeltem diabetischen Makulaödem untersuchten Andreas Ebneter, Sebastian Wolf und Martin S. Zinkernagel aus der Universitätsklinik für Augenheilkunde in Bern, Schweiz. In die retrospektive Beobachtungsstudie wurden Patienten mit zuvor medikamentös unbehandeltem diabetischen Makulaödem aufgenommen, die eine intravitreale Ranibizumab-Therapie nach dem RESTORE Studienprotokoll über mindestens 12 Monate erhielten. Einige Patienten (n = 15) hatten in der Vorgeschichte eine panretinale Laserkoagulation erhalten. Die best-korrigierte Sehschärfe und die zentrale Retinadicke wurden monatlich erfasst. Bei zwei Terminen während der Beobachtungszeit wurden die foveale avaskuläre Zone und die perifovealen Kapillaren quantitativ und qualitativ durch Fluorescein-Angiographie beurteilt. Von den 46 Augen (46 Patienten) in der Studie fand sich bei 13 (28 %) ein Nachweis perifovealen Kapillarverlustes. Die zentrale Retinadicke in diesen Augen war im Vergleich zu Augen mit normalen perifovealen Kapillaren sowohl zum Ausgangszeitpunkt signifikant dünner (p = 0,02) als auch während der Studienphase. Beide Gruppen reagierten mit einer signifikanten Verbesserung der best-korrigierten Sehschärfe auf die Ranibizumab-Behandlung (7,6 ± 3,3 beziehungsweise 6,3 ± 1,3 ETDRS Buchstaben). Augen mit vorangegangener panretinaler Laserkoagulation zeigten ein vergleichbares Endergebnis hinsichtlich Funktion und Morphologie und erforderten eine ähnliche Intensität der intravitrealen Injektionstherapie. In der März-Ausgabe 2016 des British Journal of Ophthalmology fassen die Autoren zusammen, dass ein perifovealer Kapillarverlust die Verbesserung der Sehschärfe durch intravitreale Ranibizumab-Therapie nicht einschränkt. Die Abnahme der zentralen Retinadicke in Augen mit perifovealem Kapillarverlust war vergleichbar derjenigen in Augen mit normalen perifovealen Kapillaren, dabei war die zentrale Retinadicke in Augen mit perifovealem Kapillarverlust generell erniedrigt. Das beeinflusste jedoch nicht den positiven Effekt der Therapie und Ranibizumab erhöhte nicht das Ausmass des perifovealen Kapillarverlustes.

Autoren: Ebneter A, Wolf S, Zinkernagel MS. Korrespondenz: Dr Andreas Ebneter, Department of Ophthalmology, Inselspital, Bern CH-3010, Switzerland. E-Mail: andreas.ebneter@insel.ch, ebneter.andreas@gmail.com. Studie: Prognostic significance of foveal capillary drop-out and previous panretinal photocoagulation for diabetic macular oedema treated with ranibizumab. Quelle: Br J Ophthalmol. 2016 Mar;100(3):365-70. doi: 10.1136/bjophthalmol-2014-306482. Web: http://bjo.bmj.com/content/100/3/365.abstract.

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