Deutliche Verbesserung der Diagnostik des trockenen Auges durch kalibrierte Einweg-Inokulationsschleife

 

SICCA Saint-Etienne – mechentel news – Am Federative Institute of Research in Sciences and Health Engineering der Medizinischen Fakultät der Université Jean Monnet in Saint-Etienne, Frankreich, beschrieben und validierten Emilie Courrier und Kollegen aus Frankreich und Österreich die Mikroinstillation von Fluorescein auf die Augenoberfläche durch eine kalibrierte Einweg-Inokulationsschleife zur Verbesserung der Qualität der Anfärbung von Horn- und Bindehaut. Mit einer Präzisionswaage wurden Genauigkeit und Präzision eines Volumens von 0,5% Natriumfluorescein, das durch eine kalibrierte 1-μl-Inokulationsschleife aufgenommen wurde, gemessen. Zwanzig Patienten (40 Augen), die an einem Syndrom des trockenen Auges litten, wurden in die prospektive, interventionelle, nicht randomisierte Studie eingeschlossen. Das Fluorescein wurde mit der Schleife appliziert und innerhalb von 30 Sekunden wurden Spaltlampenbilder unter Verwendung von kobaltblauem Licht mit und ohne Gelbfilter aufgenommen. Zum Vergleich wurden nach einer Auswaschperiode die gleichen Bilder nach Instillation von einem Tropfen Fluorescein aus einer Einzeldosiseinheit erneut aufgenommen. Der Hauptergebnisparameter war die von drei, hinsichtlich der Instillationsmethode verblindeten Experten bewertete Qualität der Anfärbung. Die Beschwerden der Patienten (Toleranz) wurden ebenfalls mittels eines Fragebogens erhoben. Das mittlere Volumen, das durch die Schleife gesammelt wurde, betrug 1,18 μl im Vergleich zu 33,70 μl unter Verwendung der Einzeldosiseinheit. Die Schleife vermied einen Farbstoffüberschuss, der für unangenehmen Tränenfluss, eine Maskierung von Läsionen und eine schnelle Diffusion in das Stroma verantwortlich ist. Die Mikro-Instillation verbesserte wesentlich die Bildqualität ohne Informationsverlust. Der Gelbfilter verbesserte den Bildkontrast weiter. Die Toleranz war ausgezeichnet. Die Autoren kommen in der März-Ausgabe 2018 der Acta Ophthalmologica zu dem Schluss, dass die kalibrierte 1-μl-Inokulationsschleife ein sicheres, praktisches, kostengünstiges, steriles und gut verträgliches Einweginstrument zur reproduzierbaren Mikroinstillation von kommerziellem Fluorescein ist. Die wesentliche Verbesserung der Färbungsqualität werde dazu beitragen, die Beurteilung des Schweregrades eines trockenen Auges zu standardisieren. (bs)

Autoren: Courrier E, Renault D, Kaspi M, Marcon A, Lambert V, Garcin T, Chiambaretta F, Garhofer G, Thuret G, Gain P. Korrespondenz: Gilles Thuret, MD, PhDCorneal Graft BiologyEngineering and Imaging Laboratory, EA 2521, SFR143, Faculty of Medicine, Jean Monnet University, 10, Rue de la Marandière, 42055 Saint‐Etienne, France. E-Mail: gilles.thuret@univ-st-etienne.fr Studie: Micro-instillation of fluorescein with an inoculation loop for ocular surface staining in dry eye syndrome. Quelle: Acta Ophthalmol. 2018 Mar;96(2):e140-e146. doi: 10.1111/aos.13559. Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/aos.13559

23. April 2018