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Urologen die Lebenslang Strahlen ausgesetzt sind erfahren ein Risiko für strahleninduzierte Katarakt

RADIATION PROTECTION/HEALTH Nürmberg – mechentel news – Diese Studie befasst sich mit dem offensichtlichen Berufsrisiko von operativ tätigen Urologen, nämlich der häufig täglichen Aussetzung an ionisierender Strahlung, deren gesundheitliche Nebenwirkungen hinlänglich bekannt sind. In dieser Grundlagenforschung von Dres. Hartmann/Distler und Kollegen aus dem Institunt für Medizinische Physik des Nürmberger General Hospital an der Medizinischen Paracelsius Universität in Nürmber, Deutschland, wurde jedoch spezifisch über 2 Monate (95 Interventionen) die Strahlendosis (Körperbezogen) für urologische Operationen mittels kalibrierter Dosimeter gemessen. Über alle durchgeführten Interventionen berechnet, war die mittlere Strahlenbelastung ausserhalb der Bleischürze bei 10 μSv gelegen. Spezifisch auf die Augenlinse des Chirurgen berechnet, konnten 20 μSv festgehalten werden. Komplexe Eingriffe wie eine perkutane Nephrolithotomie erreichte Spitzenwerte bis 48 μSv, so die Wissenschaftler in der elektronischen Vorabpublikation ihrer Studie in dem Fachjournal JOURNAL OF ENDOUROLOGY im Juli. (cw/um)

Autoren: Hartmann J1, Distler F2, Baumüller M1, Guni E1, Pahernik S2, Wucherer M1., Korrespondenz: 1 Institute of Medical Physics, Nuremberg General Hospital, Paracelsus Medical University , Nuremberg, Germany ., 2 Department of Urology, Nuremberg General Hospital, Paracelsus Medical University , Nuremberg, Germany ., Studie: Risk of Radiation-Induced Cataracts: Investigation of Radiation Exposure to the Eye Lens During Endourologic Procedures., Quelle: J Endourol. 2018 Jul 16. doi: 10.1089/end.2018.0324. [Epub ahead of print], Web: https://www.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/end.2018.0324

Kommentar Diese Studie konnte zeigen, dass die Strahlendosis in Kopfnähe doppelt so hoch ist als im Brustbereich ist. Das jährliche Dosislimit für die Augenlinse wird aktuell mit 20 mSv angegeben. Somit können etwa 1000 Interventionen pro Jahr durchgeführt werden, bis dieses Limit erreicht ist. Das Risiko für einen strahleninduzierten Katarakt kumuliert jedoch mit der lebenslangen erfahrenen Strahlendosis; darauf begründet sollte also grundsätzlich zur Anwendung von Strahlenschutzbrillen geraten werden. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Klinik für Urologie, LUKS.

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