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Phakoemulsifikation bei Hunden: Kein Effekt auf POH oder sekundäres Glaukom durch gewebespezifischen Plasminogenaktivator (tPA)

 

Virginia Beach – mechentel news – Ziel dieser Studie von Laura A. Mancuso aus dem Department Animal Eye Care in Virginia Beach, Virginia, USA und Kollegen war die Untersuchung auf die postoperative Wirkung von intrakameral injiziertem tPA (alteplase; Activase®, Genentech, San Francisco, CA), das bei sofortigem Abschluss der Phakoemulsifikation verabreicht wird, auf die Fibrinbildung in der Vorderkammer beim Hund. Hierfür erhielten 41 Hunde (82 Augen), die sich einer bilateralen Phakoemulsifikation unterziehen, 25 μg/0.1 mL tPA intrakameral in ein Auge injiziert und 0.1 mL nicht medizinisches wässriges Vehikel im kontralateralen Auge unmittelbar nach Abschluss des Hornhautinzisionsschlusses. Der Augeninnendruck (IOD) wurde gemessen, und die Schwere der Vorderkammerfibrinbildung, des wässrigen Schlages, der Pigmentausfällungen auf dem Intraokularlinsenimplantat (IOL), der posterioren Kapseltrübung (PCO) und des Hornhautödems wurde nach etwa 1 Woche, 2-3 Wochen, 4-6 Wochen, 8-12 Wochen und mehr als 3 Monaten postoperativ abgestuft. Vorderkammerfibrin entwickelte sich postoperativ bei 68,3% der Hunde (28/41) und 50% der Augen (41/82). Bei tPA-behandelten Augen entwickelten 53,7% (22/41) Fibrin, verglichen mit 46,3% der Kontrollaugen (19/41). Ein gewisses Mass an postoperativer okulärer Hypertonie (POH) trat bei 53,7% der Hunde (22/41) und 36,5% der Augen (30/82) auf. Bei tPA-behandelten Augen erlebten 34,1% (14/41) POH im Vergleich zu 39% der Kontrollaugen (16/41). Später war bei 29,3% der tPA-behandelten (12/41) und Kontrollaugen (12/41) eine zusätzliche intrakamerale tPA-Injektion erforderlich. Daraus schliessen die Autoren in der elektronischen Vorab-Publikation im Februar 2019 des Fachmagazins VETERINARY OPHTHALMOLOGY, dass die Verabreichung von intrakameralem tPA bei sofortigem Abschluss der Phakoemulsifikation zu keinem Zeitpunkt einen klinisch beobachtbaren Effekt auf die Inzidenz von Vorderkammerfibrin hatte. Mit tPA-behandelte Augen zeigten im Vergleich zu Kontrollaugen keine Prophylaxe gegen POH oder sekundäres Glaukom und erhielten spät postoperative tPA-Injektionen in der gleichen Häufigkeit wie Kontrollaugen. (bg)

Autoren: Mancuso LA1,2,3, Nadelstein B1,2, Berdoulay A1,3, Spatola RA4., Korrespondenz: 1 Animal Eye Care, Virginia Beach, Virginia., 2 Animal Eye Care, Chesapeake, Virginia., 3 Animal Eye Care, Newport News, Virginia., 4 Animal Eye Institute, Norwood, Ohio., Studie: Effect of immediate postoperative intracameral tissue plasminogen activator (tPA) on anterior chamber fibrin formation in dogs undergoing phacoemulsification., Quelle: Vet Ophthalmol. 2019 Feb 18. doi: 10.1111/vop.12616. [Epub ahead of print], Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/vop.12616

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