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Vergleichbare Ergebnisse bei Makulaeingriffen mittels Heads-Up Displays wie mit Standard-Operationsmikroskop

 

SURGICAL RETINA Philadelphia – mechentel news – Katherine E. Talcott et al. aus der Gruppe Mid Atlantic Retina, dem Retina Service of Wills Eye Hospital in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania, USA verglichen Sicherheit, Wirksamkeit und Ergebnisse vitreoretinaler Chirurgie bei Makulapathologie, die entweder mit einer 3D-HUD-Plattform (Head-up-Display) oder mittels eines Standard-Operationsmikroskops (SOM) durchgeführt wurden. In die prospektive, monozentrische, nicht verblindete, randomisierte Studie wurden Patienten aufgenommen, die sich einer Pars-Plana-Vitrektomie (PPV) aufgrund einer epiretinalen Membran (ERM) oder eines durchgreifenden Makulalochs (MH) am Wills Eye Hospital unterzogen. Die Patienten wurden 1: 1 randomisiert, um die Operation mittels einer chirurgischen 3D-HUD-Plattform oder mittels SOM zu erhalten. Patienten mit früherer PPV wurden ausgeschlossen. Die chirurgischen Entscheidungen, einschliesslich der PPV-Messung, basierten auf den Präferenzen der Chirurgen. Erhoben wurden die Standardparameter für die chirurgische Sicherheit, die Sehschärfe anhand der Definition der Early Treatment Diabetic Retinopathy Study, die minimal erforderlichen Endoilluminationswerte, die Operationszeiten und die Benutzerfreundlichkeit der Plattform für den Chirurgen. Die Patienten wurden bis zum 3. postoperativen Monat (POM3) nachbeobachtet. Die Hauptzielparameter waren die Gesamtoperationszeit, die Makula-Peeling-Zeit, die vom Chirurgen beurteilte Benutzerfreundlichkeit des Systems, die minimal erforderliche Endoillumination, die intraoperative Komplikationsrate und die postoperative Sehschärfe. 39 Augen von 39 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 67,6 Jahren wurden eingeschlossen. Die Indikationen umfassten ERM (n = 26 [3D HUD = 14, SOM = 12]) und MH (n = 13 [3D HUD = 9, SOM = 4]). Die minimal erforderliche Endoillumination war mit 3D-HUD (Mittelwert 22,70%) im Vergleich zu SOM (Mittelwert 39,06%; p < 0,001) signifikant geringer. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Gesamtoperationszeit, aber die Makula-Peeling-Zeit war unter Verwendung eines 3D-HUD (Mittelwert 14,76 Minuten) signifikant länger als mittels SOM (11,87 Minuten; p = 0,004). Der von den Chirurgen berichtete Bedienkomfort war bei der Verwendung eines SOM im Vergleich zum 3D-HUD signifikant höher (einfacher) (p = 0,004). Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen bei der Sehschärfe (logMAR) im 3. postoperativen Monat oder hinsichtlich der Veränderung der Sehschärfe gegenüber dem Ausgangszeitpunkt (alle p > 0,681). In beiden Gruppen traten keine klinisch signifikanten intraoperativen Komplikationen auf. Die Autoren kamen in der März-Ausgabe 2019 des Fachjournals OPHTHALMOLOGY RETINA zu dem Fazit, dass die dreidimensionale chirurgische Visualisierung durch Heads-Up-Displays eine sich entwickelnde Technologie ist, die eine vergleichbare Effektivität wie das SOM für die Makulachirurgie aufweist. Obwohl die Gesamtoperationszeiten ähnlich waren, waren die Makula-Peeling-Zeiten bei Verwendung eines 3D-HUD länger und mit einer geringeren Benutzerfreundlichkeit in dieser Studie verbunden, was teilweise auf die Lernkurve bei Anwendung neuer Technologie zurückzuführen sein könne. (bs)

Autoren: Talcott KE, Adam MK, Sioufi K, Aderman CM, Ali FS, Mellen PL, Garg SJ, Hsu J, Ho AC. Korrespondenz: Allen C. Ho, MD, Mid Atlantic Retina, the Retina Service of Wills Eye Hospital, 840 Walnut St., Suite 1020, Philadelphia, PA 19107, USA. E-Mail: acho@midatlanticretina.com Studie: Comparison of a Three-Dimensional Heads-Up Display Surgical Platform with a Standard Operating Microscope for Macular Surgery. Quelle: Ophthalmol Retina. 2019 Mar;3(3):244-251. doi: 10.1016/j.oret.2018.10.016. Web: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2468653018304962

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