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Risiko der Harnleiterverletzung durch Access Sheaths bei verschiedenen Produkten vergleichbar

 

ENDOUROLOGY Seattle – mechentel news – Die prospektiv randomisierte Studie von Christopher J. Loftus aus der Urologischen Klinik des University of Washington Medical Center in Seattle, USA, und Kollegen aus den USA und Frankreich hat sich mit der Harnleiterverletzung durch Access Sheaths im Rahmen endourologischer Eingriffe befasst. Hierzu wurden 95 anderweitig gesunde Patienten (keine urologischen Vorerkrankungen oder Harnleiterläsionen) in die Studie aufgenommen, die aufgrund eines unkomplizierten Nierensteines (13,1 +/- 11 mm) eine retrograde Ureteroskopie erhielten. Eine Gruppe erhielt für den Zugang den Cook Flexor™ Access Sheath, während die andere Gruppe den Boston Scientific Navigator HD™ 12/14Fr Access Sheath erhielt. Zur Bewertung von Harnleiterschäden wurde ein standardisiertes 5-stufiges Klassifikationssystem verwendet. Die Studie zeigte, dass eine prinzipiell hohe Erfolgsrate für die Einlage beider Access Sheaths vorlag und sich unter den Gruppen keine Unterschiede zeigten (87,4% Erfolgsrate). Dabei wurde jedoch durch die 4 durchführenden Endourologen häufiger angegeben, dass der Access Sheath von Boston subjektiv leichter zu platzieren wäre; ebenso wurde dieser Access Sheath bei 43% der Patienten schliesslich erfolgreich eingelegt, als man zuvor mit dem Cook Access Sheath versagte (p = 0,018). Bei 71.6% der Patienten insgesamt wurde postoperativ zumindest eine Grad I Verletzung detektiert. Bei Grad 2-4 Verletzungen zeigte sich zwischen beiden Gruppen kein Unterschied (p = 0,42). Eine Grad 5 Verletzung trat nicht auf. Schließlich wurde in der im Januar 2019 beim JOURNAL OF ENDOUROLOGY vorab elektronisch veröffentlichten Arbeit gezeigt, dass höhergradige Verletzungen im Rahmen der Studie hauptsächlich bei Patienten auftraten, die männlich waren, bei denen subjektiv eine erschwerte Access Sheath-Einlage erfolgte, jene die eine höhere Steinlast hatten, eine längere Verweildauer des Access Sheaths hatten und insgesamt eine längere Operationsdauer. (cw/bs)

Autoren: Loftus CJ, Ganesan V, Traxer O, Schold JD, Noble M, Sivalingam S, Muruve N, Monga M. Korrespondenz: Christopher J. Loftus, MD, Department of Urology, University of Washington Medical Center, 1959 NE Pacific Street, Box 356410, Seattle, WA 98195, USA. E-Mail: loftusc@uw.edu Studie: Ureteral Wall Injury with Ureteral Access Sheaths: A Randomized Prospective Trial. Quelle: J Endourol. 2019 Jan 25. doi: 10.1089/end.2018.0603. [Epub ahead of print] Web: https://www.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/end.2018.0603

Kommentar

Die Studie zeigte, dass moderne Access Sheaths, egal welcher Marke, sehr gute Ergebnisse produzieren können. Vermutlich ist die Anwenderfreundlichkeit unter manchen Access Sheaths etwas unterschiedlich, jedoch ist die Sicherheit für den Patienten schlussendlich vergleichbar. Die Studie ist dennoch leider sehr limitiert durch die kleine Patientenanzahl, nur zwei verwendeter Sheath-Produkte und fehlendem Follow-up.

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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