1 Jahr CLARITY: Aflibercept bei proliferativer diabetischer Retinopathie ist Laserkoagulation nicht unterlegen

 

[TOP] MEDICAL RETINA London – mechentel news – Die proliferative diabetische Retinopathie ist die häufigste Ursache für eine schwere Sehbehinderung bei Menschen mit Diabetes. In den letzten 40 Jahren beherrschte die panretinale Laser-Photokoagulation (PRP) das Feld der proliferativen diabetischen Retinopathie. Im Rahmen der CLARITY-Studie berichten die Autoren um Sobha Sivaprasad vom National Institute for Health Research am Moorfields Biomedical Research Centre in London über Sicherheit und Wirksamkeit der Alternative intravitreales Aflibercept nach einem Jahr. Für diese Phase 2b, einfach verblindete Nichtunterlegenheits-Studie wurden an 22 ophthalmologischen Zentren im Vereinigten Königreich Erwachsene (Alter ≥ 18 Jahre) mit Diabetes Typ 1 oder 2 und zuvor unbehandelter oder lasertherapierter aktiver proliferativer diabetischer Retinopathie rekrutiert. Die Patienten wurden randomisiert (1:1) entweder wiederholten intravitrealen Aflibercept-Injektionen (2 mg/0,05 ml zum Ausgangszeitpunkt, nach 4 Wochen, nach 8 Wochen und ab der 12. Woche wurden die Patienten alle 4 Wochen untersucht und Aflibercept wurden nach Bedarf verabreicht) oder der PRP-Standardtherapie (Single-Spot- oder Multispot-Laser zum Ausgangszeitpunkt, anschliessend alle 14 Tage fraktioniert und ab der 12. Woche wurden die Patienten alle 8 Wochen untersucht und mittels PRP behandelt, wenn erforderlich) für einen Zeitraum von insgesamt 52 Wochen zugeteilt. Die Randomisierung erfolgte durch Minimierung mit einem webbasierten computergenerierten System. Die Bewerter des primären Zielparameters waren verblindete Optometristen. Die behandelnden Augenärzte und Teilnehmer wurden nicht verblindet. Der primäre Zielparameter war definiert als Veränderung der bestkorrigierten Sehschärfe nach 52 Wochen mit einem linearen Mischeffektmodell, welches die bereinigten Behandlungseffekte sowohl nach 12 Wochen als auch nach 52 Wochen abschätzte, wobei Schwankungen der am besten korrigierten Sehschärfe aufgrund von Glaskörperblutungen ausgeschlossen wurden. Diese modifizierte Intention-to-treat-Analyse wurde erneut auf die Per-Protocol-Teilnehmer angewendet. Die Nicht-Unterlegenheitsgrenze wurde vorab festgelegt als -5 Early Treatment Diabetic Retinopathy Study (ETDRS-)Buchstaben. Die Sicherheit wurde für alle Teilnehmer beurteilt. Zwischen dem 22. August 2014 und dem 30. November 2015 wurden 232 Teilnehmer (116 pro Gruppe) rekrutiert. 221 Teilnehmer (112 aus der Aflibercept-Gruppe, 109 aus der PRP-Gruppe) gingen in das modifizierte Intention-to-treat-Modell ein und 210 Teilnehmer (104 aus der Aflibercept-Gruppe und 106 aus der PRP-Gruppe) in das Per-Protocol. Aflibercept war nicht unterlegen und PRP überlegen sowohl in der modifizierten Intention-to-treat-Population (mittlere Differenz der bestkorrigierten Sehschärfe 3,9 Buchstaben, p < 0,0001) als auch in der Per-Protocol-Population (4,0 Buchstaben, p < 0,0001). Es gab keine Sicherheitsbedenken. Das 95 % Konfidenzintervall der bereinigten Differenz zwischen beiden Gruppen lag über der vordefinierten Akzeptanzgrenze von -5 Buchstaben sowohl nach 12 als auch nach 52 Wochen. Die Schlussfolgerung der Autoren in der Juni-Ausgabe 2017 des Lancet ist eindeutig: Patienten mit proliferativer diabetischer Retinopathie, die mit intravitrealem Aflibercept behandelt wurden, zeigten ein besseres Ergebnis nach 1 Jahr im Vergleich zu denen, die durch PRP-Standardtherapie behandelt wurden. (bs)

Autoren: Sivaprasad S, Prevost AT, Vasconcelos JC, Riddell A, Murphy C, Kelly J, Bainbridge J, Tudor-Edwards R, Hopkins D6 Hykin P; CLARITY Study Group. Korrespondenz: Prof Sobha Sivaprasad, National Institute for Health Research, Moorfields Biomedical Research Centre, London, EC1V 2PD, UK. E-Mail: Sobha.sivaprasad@moorfields.nhs.uk. Studie: Clinical efficacy of intravitreal aflibercept versus panretinal photocoagulation for best corrected visual acuity in patients with proliferative diabetic retinopathy at 52 weeks (CLARITY): a multicentre, single-blinded, randomised, controlled, phase 2b, non-inferiority trial. Quelle: Lancet. 2017 Jun 3;389(10085):2193-2203. doi: 10.1016/S0140-6736(17)31193-5. Web: http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)31193-5/abstract

13. September 2017