Differenzierung zwischen idiopathischer Uveitis und okulärer Sarkoidose kann lebensrettend sein

 

UVEITIS Portland – mechentel news – In einer Uveitis-Klinik ist „Idiopathische Erkrankung“ die häufigste Diagnose. Die Notwendigkeit, eine Sarkoidose von einer idiopathischen Uveitis zu unterscheiden, ist umstritten. Allerdings kann eine Beteiligung des Herzens bei der Sarkoidose lebensbedrohlich sein. Die Autoren um Yong S. Han vom Casey Eye Institute der Oregon Health & Science University in Portland, USA, hatten sich zum Ziel gesetzt, über eine Reihe von Patienten mit Uveitis und kardialer Sarkoidose zu berichten, um die Bedeutung der richtigen Kategorisierung der Uveitis-Ursachen zu veranschaulichen. In einer retrospektiven Fallserie wurden die Krankenakten von 249 Patienten mit Uveitis ausgewertet, die zwischen dem 1. Juli 2008 und dem 28. Februar 2017 an das Casey Eye Institute überwiesen wurden. Dabei wurden Patienten beschrieben, bei denen anfangs die Diagnose einer idiopathischen Uveitis gestellt wurde, die aber später eine Sarkoidosediagnose erhielten. Klinische Daten einschliesslich ophthalmologischer Befunde wurden erfasst. Zusammengefasst wurde die Anzahl der Patienten, die anfänglich eine idiopathische Uveitis zeigten, die Anzahl der Patienten, die nach der Auswertung die Klassifikation einer idiopathischen Uveitis erhielten, die Anzahl der Patienten, die eine Thorax-Computertomographie oder ein Elektrokardiogramm erhielten und die Anzahl der Patienten mit okulärer Sarkoidose. Von 33 Patienten mit Sarkoidose waren 21 (63,6%) Frauen und das mittlere Alter lag bei 53,5 Jahren. Von den 249 Patienten waren 179 Patienten (72%) mit der Diagnose idiopathische Uveitis überwiesen worden. Nach Anamnese, Untersuchung und Labortests wurde bei 127 (51%) Patienten weiterhin eine idiopathische Krankheit angenommen. Bei 53 der 179 Patienten (30%) mit idiopathischer Erkrankung wurde eine Thorax-Computertomographie durchgeführt. Die Verdachtsdiagnose einer Sarkoidose, in der Regel auf Basis der Thorax-Computertomographie, wurde bei 19 Patienten (36,2%) gestellt. Da bei 14 Patienten (5,6%) bereits bekannt war, dass eine Sarkoidose vorlag, wurden insgesamt 33 Patienten (13,3%) mit definitiver oder vermuteter okulärer Sarkoidose untersucht. Bei 14 (42,4%) dieser Patienten wurde ein Elektrokardiogramm als ein Screening auf kardiale Sarkoidose geschrieben. Neun Patienten mit auffälligen EKG-Befunden wurden an Kardiologen überwiesen. Vier der 19 Patienten (21,1%), die wegen idiopathischer Uveitis überwiesen worden waren, später aber die Verdachtsdiagnose Sarkoidose erhielten, wiesen Episoden von ventrikulärer Tachykardie auf, die die Implantation von Herzdefibrillatoren erforderten. Die Differenzierung zwischen okularer Sarkoidose und idiopathischer Uveitis hatte potenziell lebensrettende Auswirkungen für diese Patienten. Die Autoren stellen in der Februar-Ausgabe 2018 des JAMA Ophthalmology fest, dass die vorgelegte Fallserie den möglichen Nutzen der Unterscheidung von Sarkoidose-assoziierter Uveitis und idiopathischer Uveitis zeigt. Sie schlagen vor, dass Patienten, die älter als 40 Jahre sind und in der Anamnese eine idiopathische Uveitis aufweisen, mittels Thorax-Computertomographie und Elektrokardiogramm untersucht werden, wenn sich bei der ophthalmologischen Untersuchung ein Verdacht auf Sarkoidose ergibt. (bs)

Autoren: Han YS, Rivera-Grana E, Salek S, Rosenbaum JT. Korrespondenz: Yong Seop Han, Casey Eye Institute, Oregon Health & Science University, Portland, USA. Studie: Distinguishing Uveitis Secondary to Sarcoidosis From Idiopathic Disease: Cardiac Implications. Quelle: JAMA Ophthalmol. 2018 Feb 1;136(2):109-115. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2017.5466. Web: https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/2667550

13. April 2018