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Niedriger Visus bei Nil Tilapia

Bedingt seine ökologische Flexibilität
ONTARIO (mechentel news) Laut einer kanadischen Studie am Department of Biology, Center for Neuroscience Studies, Queen’s University, Kingston in Ontario, spiegeln der scheinbare Mangel an spezifischer okkularer oder retinaler Eigenschaften sowie der relativ niedrige Visus bei Nil Tilapia (Oreochromis niloticus) die Lebensweise des Fisches wieder und ermöglichen ihm die Anpassung an sein jeweiliges Umfeld. Durch die Analyse kryo-sektionierter Augen, konnten die Forscher feststellen, dass
bei erwachsenen Tieren, Form und Proportion der okularen Komponenten des vorstehenden Auges der allgemeinen sphärenförmigen Fischaugenform entspricht. Die Entfernung der Linsenmitte zum Rand zwischen Choroidea und
Retina weist geringe Winkelabweichungen der optischen Achse auf. „Der Durchschnittswert des Abstands der Linsenmitte zur Retina, dividiert durch den Linsenradius (Matthiessen’s ratio) beträgt 2.44:1“ stellen die Wissenschaftler fest. In den Netzhautpräparationen ist ein Mosaik aus Einzel– und Doppel (Zwillings-) Rezeptorszellen der Zapfen zu sehen. In der
temporalen Retina war die Rezeptorendichte für beide morphologischen Zapfentypen am höchsten. Durch die Pick-Werte der Rezeptorendichte und den Schätzungen der fokalen Länge anhand der gemessenen Kryo-sektionierten-Augen, konnte ein Visus von 5,44 Zyklen/Grad ausgerechnet werden. Der scheinbare Mangel spezifischer okkularer oder retinaler Spezialisierungen und, die relativ niedrige Sehschärfe Nspiegeln die Lebensweise des Nil T. wieder und erlauben ihm sich sowohl an Änderungen
im visuellen Umfeld innerhalb seines hoch variablen natürlichen Habitat anzupassen, als auch zur „ökologischen Flexibilität“ der
eigenen Art beizutragen. Resümierten Thomas J. Lisney und Craig W. Hawryshyn in der August-Ausgabe der Zeitschrift Environmental Biology of Fishes.N

Autoren: Thomas J. Lisney (1) und Craig W. Hawryshyn (2),
Korrespondenz: (1) Department of Biology, Center for Neuroscience Studies, Queen’s University, Kingston, Ontario,
K7L 3N6, Canada, (2) Department of Biology, Center for Neuroscience Studies, Queen’s University, Kingston, Ontario, K7L 3N6, Canada, Craig W. Hawryshyn (Corresponding author), e-mail: craig.hawryshyn@queensu.ca
Studie: Ocular dimensions and cone photoreceptor topography in adult Nile Tilapia Oreochromis niloticus
Quelle: Environmental Biology of Fishes Volume 88, Number 4
Web: http://www.springerlink.com/content/el5rx11g8231067w/

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