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Keratopathie mit kornealer Opakifikation

Können Keratoprothesen die Sehkraft wieder herstellen?

SAINT-MARTIN-BELLEVUE (mechentel news) Keratoprothesen versprechen eine Wiederherstellung der Sehkraft bei chronischer superfizieller Keratitis und Endotheldystrophie, wenn standardmedizinische und chirurgische Verfahren bei der Behandlung von Keratopathie mit kornealer Opakifikation versagen. Zu diesem – vorläufigen – Ergebnis kommt eine französische Arbeitsgruppe um Pierre-François Isard in einer Studie über korneale Blindheit bei Hunden und den Einsatz von Keratoprothesen mit retrokornealer Fixierung. Zur Erforschung der Anwendungen sowie der auftretenden Komplikationen bei der Implantation von penetrierenden Keraprothesen zur Behandlung von kornealer Opakifikation, wählten die Forscher des Centre Hospitalier Vétérinaire (Saint-Martin-Bellevue) und der Ecole Nationale Vétérinaire (Toulouse) eine retrospektive Studie an 20 Augen von 19 an Blindheit kornelalen Ursprungs leidenden Hunden. „Dazu wurde als erfolgreiches chirurgisches Ergebnis eine klare keratoprothetische Optik und die Verbesserung oder Wiederherstellung der funktionellen Sehkraft über einen Follow-Up-Zeitraum von mindestens 8 Monaten bis hin zu einem Maximum von 7 Jahren definiert.“, schrieben die Forscher in der September-Ausgabe der Zeitschrift Veterinary Ophthalmology. Augen mit totaler kornealer Opakifikation durch chronische superfizielle Keratitis (n=11), Keratokonjunktivitis sicca (n=5), Endotheldystrophie (n=3) und Verätzungen (n=1) wurden mit unilateralen (n=18) oder bilateralen (n=1) Full-Thickness-Implatation einer Keratoprothese behandelt. Die Keratoprothesen blieben in 15 Augen erhalten (75%), bei denen wurde bis zur Veröffentlichung der Studie die Sehkraft wiederhergestellt her. Von diesen Augen hatten sechs einen unkomplizierten postoperativen Verlauf, fünf entwickelten retroprothetische Membranen und vier entwickelten Granulationsgewebe auf der Keratprothese. Die Komplikationen an den neun Augen konnten erfolgreich chirurgisch entfernt werden. An den fünf übrigen Augen (25%) entwickelten sich ernsthafte frühpostoperative Komplikationen, so dasseine Enukleation durchgeführt werden musste. „Wenn die korneale Opakifikation bei Keratopathien nicht mit standardmedizinischen oder chirurgischen Verfahren behandelt werden können, scheinen die Keratoprothesen vielversprechend zu sein um die Sehkraft bei chronischer superfizieller Keratitis und Deep Cornea Dystrophy wiederherzustellen. Bei Hunden Keratoconjunktivitis sicca und Brachyzephalie ist die Prognose schlecht. Die postoperativen Komplikationen retroprothetischer Membranen und granulomatöse Überwucherungen konnten gut behandelt werden.“ schlussfolgerte die Abeitsgruppe.
Autoren: Pierre-François Isard1, Thomas Dulaurent1, Alain Regnier2, Korrespondenz: 1Centre Hospitalier Vétérinaire, 275 Route Impériale, 74370 Saint-Martin Bellevue, France , 2Ecole Nationale Vétérinaire. 23 Chemin des Capelles, 31076 Toulouse Cedex 3, France *
Correspondenz: Address communications to: P.-F. Isard Tel.: +33 (0)4 50 60 09 00, Fax: +33 (0)4 50 60 14 86,
e-mail: ophtalmologie@chvsm.com, Studie: Keratoprosthesis with retrocorneal fixation: preliminary results in dogs with corneal blindness,
Quelle: Veterinary Ophthalmology Volume 13, Issue 5, pages 279–288, September 2010,
Web: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1463-224.2010.00800.x/abstract;jsessionid=C
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