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Choroides Plexuskarzinom

Diagnose durch nicht invasive Verfahren

CAMBRIDGE – mechentel news – Die Diagnose Choroides Plexuskarzinom konnten Alice Pastorello et al. aufgrund von Clustern in Plexus-Epithelzellen des Liquors feststellen. In der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Veterinary Clinical Pathology beschreiben die Forscher einen 11-jährigen, weiblichen, unverletzten Staffordshire Bull Terrier der, an der tierärztlichen Hochschule des Queen‘s Hospitals der University of Cambridge, mit plötzlichem Beginn episodischer Verhaltensänderungen, einer Masse im  Brustgewebe und einem Papillenödem im rechten Auge vorgestellt wurde. Die Hündin erschien außerdem depressiv und wies eine Kopfneigung nach rechts mit Anisokorie auf. Per Magnet-Resonanz-Tomographie erfassten die Wissenschaftler eine breit angelegte
Läsion im rechten Hirnstamm, die den vierten Ventrikel zerstörte. Da es keine Anzeichen von Lungenmetastasen gab, wurde die
Cererbospinalflüssigkeit untersucht und ergab erhöhte Zellwerte (165 Zellen/μl, Referenz-Intervall 0-7 Zellen/μl) und Gesamt-Protein (0,30 g/l, < Referenzwert von 0,25 g/l). Bei der zytologischen Auswertung bestimmten die Autoren eine Population von atypischen Epithelzellen, die in zusammenhängenden Plättchen angeordnet waren und gekennzeichnet durch mäßige bis gelegentliche Anisozytose und Anisokaryosis. Da die Arbeitsgruppe daraus auf eine bösartige epitheliale Neubildung schloss, haben sie die Hündin euthanasiert und anschließend obduziert. Dabei entdeckten sie im Plexus choroideus des vierten Ventrikels eine asymmetrische, nicht verkapselte Kleinhirnmasse mit lokaler Ausdehnung in den Kleinhirnbrückenwinkel. Die histologischen Schnitte der Kleinhirnmasse enthielten verzweigte, papilläre Strukturen, überzogen mit einer einzigen Schicht von atypischen
Epithelzellen, die eine lokale Infiltration in das benachbarte Neuropil zeigten. Die Diagnose lautete folglich auf Choroides  Plexuskarzinom, bei dem die atypischen Epithelzellen negativ auf Panzytokeratin und stark positiv auf Vimentin reagierten. Als Fazit zeigt die Untersuchung, dass als relativ nichtinvasives Diagnoseverfahren die Feststellung von Clustern in Plexus Epithelzellen des Liquors genutzt werden kann.
Autoren: Pastorello, A., Constantino-Casas, F. and Archer, J.
Korrespondenz: The Queen‘s Veterinary School Hospital, Department of Veterinary Medicine, University of Cambridge, Cambridge,
UK , Alice Pastorello, The Queen‘s Veterinary School Hospital, Department of Veterinary Medicine, University of Cambridge, Madingley Road, Cambridge CB3 0ES, UK E-mail: ap589@cam.ac.uk
Studie: Choroid plexus carcinoma cells in the cerebrospinal fluid of a Staffordshire Bull Terrier
Quelle: Veterinary Clinical Pathology Volume 39, Issue 4, pages 505–510, December 2010
Web: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1939-165X.2010.00270.x/abstract

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