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Okuläre Läsionen und systemische Hypertension bei Hunden

Forscher sehen einen Zusammenhang

RALEIGH – mechentel news – Amerikanische Forscher haben den Zusammenhang zwischen Hypertension und okulären Erkrankungen erkannt, indem sie okuläre Befunde bei hypertensiven Hunden charakterisierten und die Prävalenz für Hypertension bei Hunden mit einer auf eine Hypertension hindeutenden okulären Erkrankung und mögliche Zusammenhänge zwischen dem Grad der Hypertension und einer okulären Erkrankung analysierten. Das Forscherteam vom Departments of Medical Sciences an der School of Veterinary Medicine der University of Wisconsin in Madison (USA) hat medizinische Berichte eingesehen und 65 Hunde identifiziert, die im Lehrkrankenhaus zwischen 1. Januar 2005 und 31. Dezember 2007 innerhalb von 24 Stunden einer vollständigen ophthalmischen Untersuchung und Blutdruckmessungen unterzogen wurden. Signalment, Krankengeschichte, Blutdruckmessungen, ophthalmische Befunde und die Behandlung mit vasoaktiven Medikamenten wurden aufgezeichnet. Okuläre Läsionen, die im Zusammenhang mit systemischer Hypertension stehen könnten, waren: retinale Hämorrhage,  Retinaablösung, Hyphäma, gewundene Gefäße und subretinale Ödeme. Von den 65 Hunden waren 42 hypertensiv (systolischer Blutdruck ≥ 160 mm Hg) und 23 normotensiv. 62% (26/42) der hypertensiven Hunde hatten okuläre Läsionen des Typs ≥ 1. Retinale Hämorrhage war die häufigste okuläre Läsion bei den hypertensiven Hunden (17/42 [40%]). Die okulären Läsionen des Typs ≥ 1 hatten eine mäßige Sensitivität und Spezifität von 62% und 61% bei der Identifikation einer Hypertension. 15 der 25 Hunde (60%), bei denen nach initialer ophthalmischer Untersuchung eine Blutdruckmessung vorgenommen wurde, waren hypertensiv. Die Studie von LeBlanc et al. zeigt, dass okuläre Läsionen häufig bei Hunden mit systemischer Hypertension auftreten. „Hunde mit Hypertension oder Erkrankungen, die mit Hypertension in Zusammenhang stehen, sollten sorgfältig auf Anzeichen von Augenschäden untersucht werden und Hypertension systematisch bei Hunden mit charakteristischen okulären Läsionen ausgeschlossen werden“, so die Forscher in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of the American Veterinary Medical Association.

Autoren: LeBlanc, N.L., DVM; Stepien, R.L., DVM, MS, DACVIM; Bentley, E., DVM, DACVO,
Korrespondenz: Departments of Medical Sciences, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, Madison, WI 53706. (LeBlanc, Stepien); Surgical Sciences, School of Veterinary Medicine, University of Wisconsin, Madison, WI 53706. (Bentley) Dr. LeBlanc’s present address is Department of Clinical Sciences, College of Veterinary Medicine, North Carolina State University,
Raleigh, NC 27695. Address correspondence to Dr. Stepien (stepienr@svm.vetmed. wisc.edu).
Studie: Ocular lesions associated with sytemic hypertension in dogs: 65 cases (2005-2007),
Quelle: Journal of the American Veterinary Medical Association April 1, 2011, Vol. 238, No. 7, Pages 915-921,
Web: http://avmajournals.avma.org/doi/abs/10.2460/javma.238.7.915

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