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Zeitgleiche Erforschung mehrerer Erbkrankheiten beim Haushund

 Canis familiaris für die Genforschung besonders geeignet Kentford

– mechentel news – Der Haushund (Canis familiaris) weist mehr natürlicherweise vorkommende Krankheiten und phänotypische Variationen auf als andere Spezies und hat sich damit etabliert als einmaliges Beispiel zur Untersuchung der Genetik erblich bedingter Eigenschaften. Darüber berichteten O. Forman et al. vom Kennel Club Genetics Centre, Animal Health Trust aus Kentford, Vereinigtes Königreich erstmals in der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift in PLoS Genetics. „Wir verwendeten das GWAS-Untersuchungsdesign (whole genome association study) zur Resequenzierung der DNS von fünf Hunden, um zwei verschiedene erblich bedingte Krankheiten gleichzeitig abzubilden und zu identifizieren, die beide eine einzige Rasse betreffen, und zwar den Cavalier King Charles Spaniel“. Das Team untersuchte Episodisches Fallen (EF), eine anfallsweise auftretende, durch Anstrengung induzierte Dyskinesie, die mit der phänotypisch individuellen Eigenheit der kongenitalen Keratokonjunktivitits sicca und Ichthyosiforme Dermatosis verbunden ist, gemeinhin bekannt als „Dry Eye-Curly Coat-Syndrom“ (CKCSID). EF ist gekennzeichnet durch Episoden anstrengungsinduzierter muskulärer Hypotonie und abnormaler Körperstellung, gewöhnlich nach dem Training oder nach Erregungszuständen auftretend. CKCSID ist eine Erbkrankheit, die sich postnatal manifestiert als drahthaariges Fell (rough coat), mit Keratokonjunktivitis sicca, die sich beim Augenöffnen nach 10-14 Tagen herausstellt, gefolgt von Hyperkeratinisation der Fußsohlen und Nagelverkrümmungen, die sich im Laufe der nächsten Monate entwickeln. Die Forscher führten die GWAS an 31 Fällen von EF und 23 Fällen von CKCSID durch sowie an einer gewöhnlichen Gruppe von 38 Kontrolltieren und identifizierten die statistisch zusammenhängenden Anzeichen für EF und CKCSID auf dem Chromosom 7 (P(Raw) 1,9×10(-14) respektive dem Genom P(Genom) = 1.0×10(-5)) und Chromosom 13 (P(Raw) 1,2×10(-17) sowie Genom P(Genom) = 1,0×10(-5)). Die Forscher resequentierten sowohl EF als auch CKCSID – assoziierte Regionen bei fünf Hunden und identifizierten eine Deletion von 15,724 Basenpaaren über den Bereich von drei Exonen von EF-assoziierter BCAN und einem einzigem Basenpaar-Exon im Bereich FAM83H, assoziiert mit CKCSID. Weder BCAN noch FAM83H wurden assoziiert mit ähnlichen Krankheitserscheinungen bei anderen Spezies, wodurch die Möglichkeit nachgewiesen wurde, dass der Haushund zur Untersuchung von mehr als einer Krankheit an einer Rasse gleichzeitig geeignet ist, ebenso wie zur entsprechenden Identifizierung vielfältiger neuer Kandidatengene.

 

_| Autoren: Forman OP, Penderis J, Hartley C, Hayward LJ, Ricketts SL, Mellersh CS., Korrespondenz: Kennel Club Genetics Centre, Animal Health Trust, Kentford, United Kingdom. oliver. forman@aht.org.uk, Studie: Parallel mapping and simultaneous sequencing reveals deletions in BCAN and FAM83H associated with discrete inherited disorders in a domestic dog breed, Quelle: PLoS Genet. 2012 Jan;8(1):e1002462. Epub 2012 Jan 12., Web: http://www.plosgenetics. org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal. pgen.1002462

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