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Chirurgische Behandlung des Uveitis-Glaukoms bei Kindern erfolgreich

Durham – mechentel news – Das refraktäre Uveitis-Glaukom bei Kindern kann erfolgreich durch filtrierende Chirurgie und Implantation eines Glaukomdrainageventils behandelt werden, so B.L. Bohnsack et al. im American Journal of Ophtalmology im Januar dieses Jahres in einer Studie zur Bewertung von Operati­onsergebnissen und zur Beschreibung einer Strategie für Kinder mit uveitischem Glaukom. Es wurde eine retrospektive Fallstudie durchgeführt, bei der ein Chirurg 36 Patienten mit uveitischem Glaukom im Kindesalter (diagnostiziert vor dem 18. Lebensjahr) auswählte, die sich einem oder mehreren chirurgischen Eingrif­fen zur Senkung des Augeninnendrucks (IOP) unterzogen hatten. Das erstoperierte Auge wurde in die Analyse einbezogen. Die Hauptindikation für den Erfolg war ein IOP von weniger als 21 mm Hg mit kontrollierter Entzündung, ohne weitere IOP-senken­de Operationen oder zerstörende Komplikationen. Patienten mit Uveitis-Glaukom assoziiert mit juveniler idiopathischer Arthritis (n = 20), idiopathischer Uveitis (n = 9) sowie anderen (n = 6) wurden in die Studie eingeschlossen. Das Durchschnittsalter ± Standardabweichung bei der erst­maligen Glaukomchirurgie betrug 11,1 ± 4,4 Jahre mit einem Follow-up von 5,6 ± 4,8 Jahren (Bereich 0,2 bis 16,4 Jahre). Der chirurgische Ersteingriff war eine Goniotomie an 31 (86 %) Augen. Fünfzehn Augen bedurften keiner weiteren IOP-senkenden Operation. Sechzehn Augen wurden zusätzlichen IOP-senkenden chirurgischen Maßnahmen unterzogen: zweite Goniotomie (n = 9), Glaukomdrainageventil (n = 6) und Trabekulektomie (n = 1). Nach den Kaplan-Meier-Überlebensanalysen war der Er­steingriff gegenüber der ersten oder zweiten Goniotomie gerech­net auf 10 Jahren erfolgreich bei 48 % (95 % Konfidenzintervall 28% bis 65 %) versus 69 % (95 % Konfidenzintervall 47 % bis 84 %). Das Scheitern der Goniotomie korrelierte nicht mit einem phaken Status oder dem Vorhandensein von prä­operativen Synechien. Wegen eines Engwinkelglaukoms wurde bei fünf Augen (14 %) anfänglich ein Glaukomdrainageventil implantiert. Die Sehschärfe bei der Anfangs- und der Abschluss­untersuchung war ähnlich (0,37 ± 0,48 logMAR (logarithm of Minimal Angle of Resolution)) [Snellen 20/47] versus 0,28 ± 0,34 logMAR [Snellen 20/38]). Der IOP wurde gesenkt (33,0 ± 8,0 mm Hg versus 12,6 ± 4,5 mm Hg, P <0,0001), soweit eine Reihe von Glaukom-Medikamenten gegeben wurde (3,2 ± 1,1 vs 1,2 ± 1,3, P <0,0001). Bei den Augen, die nach erfolgreicher Glaukomoperation einer Kataraktentfernung unterzogen wurden, wurde die Kontrolle des Augeninnendrucks beibehalten. Die Glaukome wurden kontrolliert und die Sehfähigkeit blieb bei 33 (92 %) Augen erhalten. Das refraktäre Uveitis-Glaukom bei Kindern wurde erfolgreich durch Gonio-Chirurgie und Implanta­tion eines Glaukomdrainageventils behandelt. Die Kataraktent­fernung kann erfolgreich durchgeführt werden, sofern IOP und Uveitis vor der Operation gut kontrolliert werden.

Autoren: Bohnsack BL, Freedman SF. Korrespondenz:Department of Ophthalmology, Duke University School of Medicine, Durham, North Carolina. Studie: Surgical outcomes in childhood uveitic glaucoma. Quelle: Am J Ophthalmol. 2013 Jan;155(1):134-42. doi: 10.1016/j.ajo.2012.07.008. Epub 2012 Oct 2. Web: www.ajo.com/article/S0002­9394(12)00504-1/abstract

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