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Vitrektomie vs Skleraplombe bei rhegmatogenen Netzhautablösungen

Phoenix – mechentel news – Bei komplexen, rhegmatogenen Netzhautablösungen (RRD) stellt die Vitrektomie die Therapiemethode der Wahl dar, so Dr. R.A. Adelman et al. aus der Abteilung Ophthalmology & Visual Science an der Yale University School of Medicine, in New Haven, Connecticut. In einer retrospektiven, nicht-randomisierten, multizentrischen Studie haben 176 Chirurgen aus 48 Ländern auf 5 Kontinenten über das klinische Erscheinungsbild, die primäre Reparaturmethode und das Ergebnis der Behandlung bei 7.678 RRD-Fällen berichtet. Dabei galt das Augenmerk besonders der nicht erfolgreichen Wiederherstellung bei Netzhautablösungen (Ausfallrate Stufe 1), der Menge des verbleibenden Silikonöls bei Ende der Beobachtung (Ausfallrate Stufe 2) und der Notwendigkeit zusätzlicher Verfahren zur Reparatur der Ablösung (Ausfallrate Stufe 3). Die Hauptkategorien der in dieser Studie untersuchten komplexen Retinaablösung waren: (1) proliferative Vitreoretinopathie Grad B (PVR; n = 917), (2) PVR Grad C-1 (n = 637), (3) Ablösung der Choroidea oder signifikante Hypotonie (n = 578), (4) große oder Riesen-Netzhaut-Risse (n = 1167), und (5) Makulaforamina (n = 153). Im Vergleich zur Vitrektomie (p = 0,0017) wurde bei Patienten mit PVR Grad B eine höhere Ausfallrate beobachtet, wenn diese ausschließlich durch Skleraplombe behandelt worden sind. Bei der PVR Grad C-1 gab es keinen signifikanten Unterschied in der Ausfallrate 1 zwischen den Patienten die einer Vitrektomie mit oder ohne skleraeindellender Buckelchirurgie unterzogen wurden und denjenigen, die ausschließlich durch skleraeindellende Verfahren therapiert wurden (p = 0,7). Im Vergleich zu den Patienten die keine Skleraplombe erhielten (p = 0.007) fiel die Ausfallsrate bei Vitrektomie mit ergänzender Buckelchirurgie höher aus. Es konnte bei Patienten mit einer PVR Grad B oder C-1 kein statistisch signifikanter Unterschied bei Ausfallsrate 1 zwischen der Gastamponade und der Silikon-Öl-Tamponade festgestellt werden. Die Fälle mit Choroidea-Ablösung oder mit Hypotonie, die mit einer Vitrektomiebehandlung therapiert wurden, wiesen eine signifikant niedrigere Misserfolgsrate auf, als diejenigen, die durch Buckelchirurgie behandelt wurden (p = 0,0015). Auch Große- oder Riesen-Netzhaut-Risse, die mittels Vitrektomie behandelt wurden, wiesen eine signifikant niedrigere Ausfallrate auf, als die durch skleraeindellende Bucklechirurgie therapierten p = 7×10-8. Das Fazit der Forscher in der April-Ausgabe der Fachzeitschrift Ophthalmology: „Bei Patienten mit rhegmatogenen Netzhautablösungen und Vorhandensein von Choroidea-Ablösungen, Hypotonie, Großen- oder sogar Riesen-Netzhaut-Rissen stellt die Vitrektomie das Verfahren der Wahl dar.“ Außerdem stellt die Gruppe fest, dass bei Netzhautablösungen in Verbindung mit einer PVR, Tamponaden sowohl mit Silikon-Öl als auch solche mit Gas in Betracht gezogen werden können. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine zusätzliche Skleraplombe nach Durchführung einer Vitrektomie keine Vorteile bietet.

Autoren: Adelman RA, Parnes AJ, Sipperley JO, Ducournau D; European Vitreo-Retinal Society (EVRS) Retinal Detachment Study Group. KorrespondenzSource: Department of Ophthalmology & Visual Science, Yale University School of Medicine, New Haven, Connecticut; Barnet Dulaney Perkins Eye Center, Phoenix, Arizona; EVRS, Nantes, France. Electronic address: ron.adelman@yale.edu. Studie:Strategy for the Management of Complex Retinal Detachments: The European Vitreo-Retinal Society Retinal Detachment Study Report 2. Quelle: Ophthalmology. 2013 Apr 16. pii: S0161-6420(13)00102-4. doi: 10.1016/j.ophtha.2013.01.056. [Epub ahead of print]; Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(13)00102-4/abstract

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