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Denosumab verlängert bei kurzen PSA-Verdopplungszeiten das knochenmetastasenfreie Überleben

Boston – mechentel news – Bei Patienten mit nicht-metastasiertem, kastrationsresistentem Prostata-Carcinom sowie einem Ausgangs-PSA-Wert von ≥ 8,0 ng/ml und/oder einer PSA-Verdopplungszeit von ≤ 10,0 Monaten erhöht Denosumab, ein monoklonaler anti-RANKL-Antikörper, signifikant den Zeitraum des knochenmetastasenfreien Überlebens (Hazard Ratio [HR], 0,85; p = 0,028) und verlängert die Zeit bis zum ersten Auftreten von Knochenmetastasen. Um die Patienten mit dem größten Risiko für Knochenmetastasen oder Tod zu identifizieren, untersuchten die Autoren M. R. Smith et al aus dem Massachusetts General Hospital Cancer Center, Boston, und anderen us-amerikanischen und mehreren internationalen Kliniken den Zusammenhang zwischen PSA-Spiegel und -Verdopplungszeit und dem metastasenfreien Intervall sowie die Effektivität und Sicherheit von Denosumab bei Männern mit einer PSA-Verdopplung ≤ 10, ≤ 6 und ≤ 4 Monaten.
Insgesamt wurden 1432 Männer mit nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostata-Carcinom randomisiert 1:1 entweder einer monatlichen subkutanen Gabe von 120 mg Denosumab oder eines Placebo-Präparates zugeordnet. Start war im Februar 2006, der erste Analyse-Zeitpunkt war Juli 2010, als annähernd 660 Patienten vermutlich Knochenmetastasen entwickelt hatten oder gestorben waren.
In der Placebo-Gruppe verkürzte sich das metastasenfreie Überleben bei einer Abnahme der PSA-Verdopplungszeit auf unter 8 Monate. Unter Denosumab zeigten die Ergebnisse bei kürzeren Ausgangswerten der PSA-Verdopplungszeit einheitlich eine Verlängerung des knochenmetastasenfreien Überlebens im Mittel um 6,0, 7,2 and 7,5 Monate bei Patienten mit einer PSA-Verdopplungszeit ≤ 10 (HR 0,84; p = 0,042), ≤ 6 (HR 0,77; p = 0.006) bzw. ≤ 4 Monaten (HR 0,71; p = 0.004). Denosumab verlängerte auch den Zeitraum bis zum Auftreten erster Knochenmetastasen in allen PSA-Verdopplungszeit-Untergruppen. Für die generelle Überlebenszeit wurde kein Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen oder zwischen den PSA-Verdopplungszeit-Untergruppen gefunden.
Patienten mit einer kürzeren PSA-Verdopplungszeit haben ein größeres Risiko für Knochenmetastasen oder Tod. Die Autoren stellen in der Oktober-Ausgabe des Journal of Clinical Oncology fest, dass Denosumab bei kürzeren PSA-Verdopplungszeiten einheitlich das knochenmetastasenfreie Überleben verlängert, wobei die größten Effekte offenbar bei Patienten mit einer hohen Gefahr der Progression erzielt werden.

Autoren: Smith MR, Saad F, Oudard S, Shore N, Fizazi K, Sieber P, Tombal B, Damiao R, Marx G, Miller K, Van Veldhuizen P, Morote J, Ye Z, Dansey R, Goessl C. Korrespondenz: Matthew R. Smith, Massachusetts General Hospital Cancer Center, Yawkey 7030, 55 Fruit St, Boston, MA 02114, USA. E-Mail: smith.matthew@mgh.harvard.edu. Studie: Denosumab and bone metastasis-free survival in men with nonmetastatic castration-resistant prostate cancer: exploratory analyses by baseline prostate-specific antigen doubling time. Quelle: J Clin Oncol. 2013 Oct 20;31(30):3800-6. doi: 10.1200/JCO.2013.50.1544. Web: http://jco.ascopubs.org/content/early/2013/09/16/JCO.2012.44.6716.abstract

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