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Mediterrane Kost verbessert allgemeine Lebenserwartung, aber nicht Prostata-Carcinom-Verlauf

San Francisco – mechentel news – In den mediterranen Ländern ist die Mortalität durch Prostata-Carcinom niedriger als in Nordeuropa. Auch wenn es Hinweise darauf gibt, dass bestimmte Bestandteile der mediterranen Kost das Prostata-Ca-Risiko beeinflussen, so gibt es laut den Autoren S. A. Kenfield et al aus der Urologischen Abteilung der University of California, San Francisco und dem Department of Epidemiology der Harvard School of Public Health in Boston nur wenige Studien, die die Auswirkungen traditioneller mediterraner Kost auf das Risiko des Auftretens eines fortgeschrittenen oder letalen Prostata-Carcinoms oder auf die Progression dieser Erkrankung bei Männern mit einem nicht-metastasierten Prostata-Carcinom bewerten.

Um einen möglichen Zusammenhang zu bestimmen, wurden 47867 Männer prospektiv im Rahmen der Health Professionals Follow-up Study von 1986 bis 2010 beobachtet. Die Fall-Analysen umfassten 4538 Männer mit einem diagnostizierten, nicht-metastasierten Prostata-Ca, nachbeobachtet bis zum ihrem Tod oder bis Januar 2010. Zur statistischen Untersuchung der Beziehung zwischen den Werten traditioneller oder alternativer mediterraner Kost und dem Ausgang der Prostata-Carcinom-Fälle (fortgeschrittene oder letale Erkrankung) wurden proportionale Hazard-Modelle nach Cox angewendet. In einer fall-bezogenen Überlebensanalyse wurde der Zusammenhang zwischen mediterraner Kost nach der Diagnosestellung und dem Risiko eines letalen Ausgangs der Erkrankung (durch Metastasen oder Carcinom) sowie die allgemeine Mortalität bei den Männern mit einem nicht-metastasierten Prostata-Carcinom untersucht.
Zwischen 1986 und 2010 wurden 6220 Fälle von Prostata-Carcinom diagnostiziert. Die mediterrane Kost war nicht assoziiert mit dem Risiko eines fortgeschrittenen Stadiums oder letalen Verlaufs. In der fall-bezogenen Analyse ergab sich keine Beziehung zwischen mediterraner Kost nach der Diagnose und dem Risiko eines letalen Ausgangs. Allerdings ergab sich ein 22% niedrigeres Risiko der allgemeinen Mortalität (Hazard Ratio 0,78; 95% Konfidenzintervall 0,67 – 0,90; p = 0,0007) bei den Männern mit einem stärkeren Festhalten an mediterraner Küche nach der Prostata-Carcinom-Diagnose. Eine ähnliche Beziehung wurde auch bei der alternativen mediterranen Kost gefunden.
Die Autoren können somit in der August-Ausgabe des Fach-Journals European Urology zusammenfassen: Eine größere Affinität zu mediterraner Kost steht in keiner Beziehung zum Risiko eines fortgeschrittenen Prostata-Carcinoms oder einer erhöhten Progression der Krankheit, ist jedoch beim nicht-metastasierten Prostata-Ca mit einer niedrigeren allgemeinen Mortalität verbunden.

Autoren: Kenfield SA, Dupre N, Richman EL, Stampfer MJ, Chan JM, Giovannucci EL. Korrespondenz: Helen Diller Family Cancer Research Building, Room HD389, 1450 3rd Street, University of California, San Francisco, San Francisco, CA 94158-9001, USA. E-Mail: KenfieldS@urology.ucsf.edu. Studie: Mediterranean Diet and Prostate Cancer Risk and Mortality in the Health Professionals Follow-up Study. Quelle: Eur Urol. 2013 Aug 13. pii: S0302-2838(13)00830-0. doi: 10.1016/j.eururo.2013.08.009. Web: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0302283813008300

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