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Prostata-Ca Screening in Finnland: nicht signifikante Reduktion der Mortalität

Tampere – mechentel news – In der europäischen, randomisierten Studie zum Prostata-Carcinom-Screening (ERSPC) wurde eine Absenkung der Mortalität des Prostata-Ca (PC) durch Screening des prostataspezifischen Antigens (PSA) aufgezeigt. Die Autoren Tuomas P. Kilpeläinen et al aus der Abteilung für Urologie des Universitätshospitals der Universität Tampere, Finnland, untersuchen hier die Ergebnisse allein der finnischen Daten, dem größten Anteil an der ERSPC. Das primäre Ziel war die pc-spezifische Mortalität.

Insgesamt wurden 80144 Männer in der Einwohnermeldestatistik identifiziert und randomisiert entweder der Screening-Gruppe oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Die Männer in der Screeninggruppe wurden bis zu drei Mal jeweils im Abstand von vier Jahren zur PSA-Bestimmung eingeladen und zur Biopsie überwiesen, falls die PSA-Konzentration größer oder gleich 4,0 ng/mL war oder zwischen 3,0 und 3,99 ng/mL lag mit einem Verhältnis von freiem zum gesamtem PSA von weniger oder gleich 16%. Die Männer der Kontrollfraktion erhielten die übliche Behandlung. Die Analyse umfasst einen Nachbeobachtungszeitraum von 12 Jahren ab der Randomisierung aller Männer. Die Risiko-Quotienten (Hazard Ratio, HR) für Inzidenz und Mortalität wurden unter Anwendung der Regressionsanalysen nach Cox abgeschätzt. Alle statistischen Tests waren zweiseitig.
Die Inzidenz eines Prostata-Carcinoms betrug 8,8 auf 1000 Personen in der Screening- und 6,6 in der Kontroll-Fraktion. (HR = 1,34; 95 % Konfidenzintervall (CI) = 1,27 bis 1,40). Die Inzidenz eines fortgeschrittenen PC war in der Screeninggruppe niedriger als in der Kontrollhälfte (1,2 zu 1,6; HR = 0,73; 95% CI = 0,64 bis 0,82; p < 0.001). Bezüglich der PC Mortalität wurden mittels intention-to-screen-Analyse keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen gefunden (HR = 0,85; 95% CI = 0,69 to 1,04). Um einen Sterbefall durch Prostata-Carcinom zu vermeiden, müsse man 1199 Männer zum Screening einladen und 25 PCs entdecken. Die Autoren fanden keine Differenz in der allgemeinen Mortalität zwischen beiden Gruppen.
In der Mai-Ausgabe des Journal of the National Cancer Institute fassen die Autoren ihre Ergebnisse dahingehend zusammen, dass es nach 12 Jahren eines relativ konservativen Screenings eine geringfügige, statistisch nicht signifikante Abnahme der prostatacarcinom-spezifischen Mortalität in Finnland gäbe, auf Kosten einer mäßigen Überdiagnostik.

Autoren: Kilpeläinen TP, Tammela TL, Malila N, Hakama M, Santti H, Määttänen L, Stenman UH, Kujala P, Auvinen A. Korrespondenz: Tuomas P. Kilpeläinen, MD, Department of Urology, University of Tampere and Tampere University Hospital, Box 2000, FI-33521 Tampere, Finland. E-Mail: tuomas.kilpelainen@uta.fi. Studie: Prostate cancer mortality in the Finnish randomized screening trial. Quelle: J Natl Cancer Inst. 2013 May 15;105(10):719-25. doi: 10.1093/jnci/djt038. Web: http://jnci.oxfordjournals.org/content/early/2013/03/20/jnci.djt038.

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