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Strabismus, Astigmatismus und Refraktionsstörungen als Risikofaktoren für Amblyopie

PÄD. OPHTHA. UND STRABISMUS Philadelphia – mechentel news – Die Autoren M. Pascual et al werten Daten der multizentrischen Querschnittsstudie Vision in Preschoolers (VIP) aus, um Risiskofaktoren für ein- oder beidseitige Amblyopie zu bestimmen. Die VIP-Studie umfasste drei- bis fünfjährige Vorschüler eines us-amerikanischen Head-Start-Programms aus fünf klinischen Zentren mit einer Überrepräsentanz von Kindern mit Sehstörungen. Alle Kinder wurden einer umfassenden Augenuntersuchung unterzogen, einschließlich Bestimmung der Sehschärfe, Abdecktest und zykloplegischer Retinoskopie, durchgeführt von im Umgang mit Kindern erfahrenen, VIP-zertifizierten Optometrikern und Ophthalmologen. Die monokulare Sehschärfe wurde mit Einzeldarstellungen der HOTV-Buchstaben ohne Korrektur bestimmt und dann unter vollständiger zykloplegischer Korrektur erneut getestet, wenn die Wiederholungskriterien gegeben waren. Einseitige Amblyopie war definiert als eine interokulare Differenz der optimal korrigierten Sehschärfe von 2 Linien oder mehr. Bilaterale Amblyopie war gegeben, wenn die best-korrigierte Sehschärfe in beiden Augen schlechter als 20/50 der 3-Jährigen und schlechter als 20/40 der 4- bis 5-Jährigen war. Als Ausdruck des Amblyopie-Risikos galten die Odds-Ratio-Werte und ihre 95%-Konfidenzintervalle, welche mittels logistischer Regressionsmodelle bestimmt wurden. In dieser großen Auswahl von Head-Start-Kindern (n = 3869) wiesen 296 Kinder (7,7%) eine einseitige und 144 Kinder (3,7%) eine beidseitige Sehschwäche auf. Strabismus (p < 0,0001) und ein größeres Ausmaß einer signifikanten Refraktionsstörung (Myopie, Hyperopie, Astigmatismus und Anisometropie; jeweils p < 0,00001) waren unabhängig voneinander mit einem erhöhten Risiko für einseitige Amblyopie verbunden. Strabismus, Hyperopie von 2,0 Dioptrien oder mehr, Astigmatismus von 1,0 Dioptrien oder mehr und Anisometropie von 0,5 Dioptrien oder mehr wurden bei 91% der Kinder mit einer unilateralen Amblyopie gefunden. Ein stärkerer Astigmatismus (p < 0,0001) und bilaterale Hyperopie (p < 0,0001) waren unabhängig voneinander assoziiert mit einem erhöhten Risiko für beidseitige Amblyopie. Eine bilaterale Sehschwäche von 3,0 oder mehr oder ein Astigmatismus von 1,0 Dioptrie oder mehr fanden sich bei 76% der Kinder mit beidseitiger Amblyopie. Strabismus und signifikante Brechungsfehler sind somit Risikofaktoren für eine einseitige Sehschwäche, beidseitiger Astigmatismus und beidseitige Hyperopie sind Risikofaktoren für eine bilaterale Amblyopie. Die Autoren sehen daher in der Oktober-Ausgabe des Fachjournals Ophthalmology trotz Unterschieden in der Auswahl der Studien-Population die Resultate der Multi-Ethnic Pediatric Eye Disease und der Baltimore Pediatric Eye Disease Studien bestätigt. (bs)

Autoren: Pascual M, Huang J, Maguire MG, Kulp MT, Quinn GE, Ciner E, Cyert LA, Orel-Bixler D, Moore B, Ying GS; Vision In Preschoolers (VIP) Study Group. Korrespondenz: Gui-shuang Ying, PhD, University of Pennsylvania, 3535 Market Street, Suite 700, Philadelphia, PA 19104. E-Mail: gsying@mail.med.upenn.edu. Studie: Risk Factors for Amblyopia in the Vision in Preschoolers Study. Quelle: Ophthalmology. 2013 Oct 18. pii: S0161-6420(13)00800-2. doi: 10.1016/j.ophtha.2013.08.040. Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420%2813%2900800-2/abstract

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