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Uveales Lymphom: Klinik, Diagnostik, Therapie und Ergebnisse

ONKOLOGIE Cleveland – mechentel news – Die Autoren um M. E. Aronow aus dem Department of Ophthalmic Oncology am Cole Eye Institute der Cleveland Clinic beschreiben in dieser retrospektiven, klinischen Studie die Charakteristika von 22 Patienten (34 betroffenen Augen), bei denen zwischen 1997 und 2013 ein uveales Lymphom diagnostiziert wurde. Sie stellen die klinischen Merkmale, ergänzende diagnostische Untersuchungsergebnisse und die primären Behandlungsstrategien zusammen. Das Ergebnis wird beurteilt nach dem Zeitraum bis zu einem Wiederauftreten des Lymphoms im gleichen Auge, im anderen Auge oder an anderer, systemischer Stelle und nach der Gesamtüberlebenszeit. 15 Patienten waren männlich (68,2%), das mittlere Alter bei Diagnosestellung betrug 68,0 Jahre. Die Choroidea war in 21 Fällen betroffen (95,5%) und in einem Fall das Corpus ciliare (4,5%). Andere benachbarte Strukturen des Auges waren bei 13 Patienten (59,1%) involviert, darunter die Konjunktiva in 4 (18,2%), die Orbita in 7 (31,8%) und beide, Konjunktiva und Orbita, in 2 (9,1%) Fällen. Eine beidseitige Erkrankung lag bei 12 Patienten (54,5%) vor. Das am häufigsten vorliegende Symptom war das abnehmende Sehvermögen bei 15 Patienten (68,2%). Die mittlere Verzögerungszeit bis zur Diagnose betrug 4,0 Monate. Gelb-weiße Infiltrationen der Aderhaut wurden bei der Fundus-Untersuchung aller 34 Augen (100%) beobachtet, immer mit einer korrespondierenden Hypofluoreszenz (100%) in den Fällen, in denen eine Indocyaningrün-Angiografie durchgeführt wurde. Die Infiltrationen fanden sich anterior der Fovea-Arkade (67,6%), meistens in einer diffusen (32,4%) oder superiortemporalen (32,4%) Verteilung. Die B-Scan-Ultraschalluntersuchung deckte extrasklerale Ausläufer bei 22 Patienten (75,9%) auf, mit einem bogenförmigen Verdickungsmuster in 19 (86,4%) Fällen. Der vorherrschende histologische Typus war ein extranodales Marginalzonen-Lymphom und die am häufigsten gewählte primäre Therapiemethode war die externe Strahlentherapie (72,7%). Die systematische Durchuntersuchung mit bildgebenden Verfahren zum Zeitpunkt der Diagnose zeigte, dass die Mehrzahl der Fälle (77,3%) auf das Auge beschränkt war; keiner der Patienten entwickelte neue systemische Erkrankungszeichen (mittlere Nachbeobachtungszeit 30,3 Monate). In der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift Ophthalmology fassen die Autoren zusammen: Das Uveale Lymphom hat charakteristische klinische Befunde; ein Übergreifen auf benachbarte Strukturen des Auges ist häufig und der Einsatz zusätzlicher bildgebender Verfahren ist wesentlich, um das lokale Ausmaß der Erkrankung und eine eventuelle systemische Beteiligung feststellen zu können. (bs)

Autoren: Aronow ME, Portell CA, Sweetenham JW, Singh AD. Korrespondenz: Arun D. Singh, MD, Department of Ophthalmic Oncology, Cole Eye Institute, Cleveland Clinic, 9500 Euclid Avenue, Cleveland, OH 44195. Studie: Uveal Lymphoma: Clinical Features, Diagnostic Studies, Treatment Selection, and Outcomes. Quelle: Ophthalmology. 2013 Oct 18. pii: S0161-6420(13)00809-9. doi: 10.1016/j.ophtha.2013.09.004. Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420%2813%2900809-9/abstract

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