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Nach künstlicher Befruchtung Gesamtrisiko für Krebs im Kindesalter nicht erhöht

London – mechentel news – Die Autoren C. L. Williams et al aus dem Institute of Child Health des University College London und anderer medizinischer Einrichtungen im Vereinigten Königreich möchten mit dieser Arbeit exakte, populationsbasierte Daten zur Inzidenz von Krebserkrankungen bei Kindern liefern, die aus einer künstlichen Befruchtung hervorgingen. Sie verknüpften dazu Daten von allen in Britannien zwischen 1992 und 2008 nach künstlicher Befruchtung ohne Spenderbeteiligung geborenen Kindern mit Daten aus dem nationalen Register des Vereinigten Königreiches für Tumore im Kindesalter (United Kingdom National Registry of Childhood Tumours), um die Anzahl der Kinder zu bestimmen, die eine Krebserkrankung vor dem 15. Lebensjahr entwickelten. Die Krebsraten der Kohorte wurden mit den populationsbasierten Inzidenzraten des gleichen Zeitraums in Britannien verglichen, einschliesslich der Anwendung von Stratifizierungsverfahren bezüglich potentieller Einflussgrössen wie z.B. Geschlecht, Alter zum Zeitpunkt der Diagnosestellung, Geburtsgewicht, Einzel- versus Mehrlingsgeburt, Parität, Alter der Eltern, Methode der künstlichen Befruchtung und Ursache der elterlichen Infertilität. Die Kohorte umfasste 106013 Kinder, die nach einer künstlichen Befruchtung geboren worden waren (ein Beobachtungszeitraum von 700705 Personen-Jahren). Die durchschnittliche Länge des Beobachtungszeitraumes betrug 6,6 Jahre. Insgesamt wurden 108 Krebserkrankungen identifiziert, verglichen mit einer Zahl von 109,7 Fällen, die statistisch zu erwarten gewesen wären (Standardisierte Inzidenzrate 0,98; 95% Konfidenzintervall 0,81 bis 1,19; p = 8,87). Künstliche Befruchtung war nicht assoziiert mit einem erhöhten Risiko für Leukämie, Neuroblastom, Retinoblastom, Tumoren des zentralen Nervensystems sowie renalen oder Keimzelltumoren. Sie war assoziiert mit einem erhöhten Risiko für ein Hepatoblastom (standardisierte Inzidenzrate 3,64; 95% KI 1,34 bis 7,93; p = 0,02; absolutes Zusatzrisiko 6,21 Fälle auf 1 Million Personenjahre) und für ein Rhabdomyosarkom (standardisierte Inzidenzrate 2,62; 95% KI 1,26 bis 4,82; p = 0,02; absolutes Zusatzrisiko 8,82 Fälle auf 1 Million Personenjahre), wobei sich ein Hepatoblastom bei 6 Kindern und ein Rhabdomyosarkom bei 10 Kindern entwickelte. Das Zusatzrisiko für ein Hepatoblastom korrelierte mit einem niedrigen Geburtsgewicht. In der November-Ausgabe des New England Journal of Medicine stellen die Autoren fest, dass sich während der 17-jährigen Studiendauer kein Anstieg des Gesamtrisikos für Krebserkrankungen bei britischen Kindern, die aus einer künstlichen Befruchtung hervorgingen, nachweisen liess. Es wurden erhöhte Risikowerte für Hepatoblastom und Rhabdomyosarkom gefunden, das absolute Risiko aber war gering.

Autoren: Williams CL, Bunch KJ, Stiller CA, Murphy MF, Botting BJ, Wallace WH, Davies M, Sutcliffe AG. Korrespondenz: Dr. Sutcliffe, General and Adolescent Paediatric Unit, Institute of Child Health, University College London, 30 Guilford St., London WC1N 1EH, United Kingdom. E-Mail: a.sutcliffe@ucl.ac.uk. Studie: Cancer Risk among Children Born after Assisted Conception. Quelle: N Engl J Med. 2013 Nov 7;369(19):1819-27. doi: 10.1056/NEJMoa1301675. Web: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1301675

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