Fachverlag und Nachrichtenagentur

Gesamtmortalitätsrisiko und Ergebnis der Katarakt-OP korrelieren bei Älteren

CATARACT Sydney – mechentel news – In einer Kohortenstudie verglichen Calvin S. Fong et al aus dem Centre for Vision Research der University of Sydney in Australien das Mortalitätsrisiko von Patienten, bei denen eine Katarakt-Operation durchgeführt wurde, und die Sehschwäche entweder korrigiert wurde oder persistierte.

Insgesamt wurden 1864 aufeinanderfolgende Patienten mit einem Alter von ≥64 Jahren, die sich einer Phacoemulsifikation am Westmead Hospital unterzogen, über 5 Jahre postoperativ nachbeobachtet. Die Sehbeeinträchtigung des operierten Auges wurde in folgende Kategorien eingeteilt: keine (mit einer Sehschärfe von ≥20/40), schwach (<20/40-20/60) oder mittelschwer (<20/60). Die Daten zur Gesamtmortalität wurde aus dem Australian National Death Index gewonnen. Von 901 Patienten mit einer präoperativ mittelschweren Sehbeeinträchtigung wiesen einen Monat postoperativ 60,4% (n = 544) keine, 15,5% (n = 140) eine schwache und 24,1% (n = 217) eine mittelschwere Sehbeeinträchtigung am operierten Auge auf. Die altersstandardisierten 5-Jahres-Mortalitätsraten waren nicht-signifikant niedriger, sowohl bei schwacher (24,7%; 95% Konfidenzintervall [KI] 16,5% – 32,9%) als auch bei keiner postoperativen Sehbeeinträchtigung (24,1%;, 95% KI 19,9% – 28,4%) verglichen mit der von Patienten, bei denen ein mittelschwerer Visusverlust persistierte (30,6%; 95% KI 23,3% – 37,9%). Nach Bereinigung der Daten von Einflüssen durch Alter, Geschlecht, Rauchen, Body Mass Index und individuelle Begleiterkrankungen, wie Hypertension, Diabetes, Angina pectoris, Myokardinfarkt, Hirninfarkt, transitorisch ischämische Attacke und Nierenerkrankung, hatten Patienten, bei denen einen Monat postoperativ keine Visuseinschränkung festgestellt wurde, ein niedrigeres Mortalitätsrisiko (HR 0,73; 95% KI 0,52 – 1,01) im Vergleich zu jenen mit einer bleibenden mittelschweren Einschränkung des Sehvermögens postoperativ. Nach zusätzlicher Bereinigung um die Einflüsse durch die Anzahl der eingenommenen Medikamente (stetige Variable) und die Anzahl der Komorbiditäten (≥3 versus <3) waren diese Ergebnisse signifikant (HR 0,71; 95% KI 0.51-0.99).
In der Januar-Ausgabe des American Journal of Ophthalmology fassen die Autoren daher zusammen: Wird bei älteren Patienten eine Phacoemulsifikation durchgeführt, ist eine postoperativ korrigierte mittelschwere Seheinschränkung verbunden mit einem niedrigeren Gesamtmortalitätsrisko verglichen mit operierten Patienten, bei denen eine Visuseinschränkung postoperativ bestehen blieb. (Sch.)

Autoren: Fong CS, Mitchell P, Rochtchina E, de Loryn T, Tan AG, Wang JJ. Korrespondenz: Professor Jie Jin Wang, Centre for Vision Research, Department of Ophthalmology, University of Sydney, Westmead Hospital, Hawkesbury Road, Westmead, NSW 2145, Australia. E-Mail: jiejin.wang@sydney.edu.au. Studie: Visual impairment corrected via cataract surgery and 5-year survival in a prospective cohort. Quelle: Am J Ophthalmol. 2014 Jan;157(1):163-170.e1. doi: 10.1016/j.ajo.2013.08.018. Web: http://www.ajo.com/article/S0002-9394%2813%2900578-3/abstract.

© 2019 -  mechentel medizin
Fachverlag und Nachrichtenagentur