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Neues FDML OCT-System liefert hochqualitative Bilder des posterioren Segments

MEDICAL RETINA München – mechentel news – Die Autoren Lukas Reznicek et al. aus der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München interessierte der Vergleich eines neu entwickelten retinalen Megahertz Ultra-wide-field Swept-source Optischen Kohärenztomografen mit den derzeit existierenden bildgebenden Geräten. Die Qualität der rekonstruierten cross-sektionalen Weitwinkel-Fundusbilder, basierend auf dem Verfahren eines Ultra-Megahertz Swept-source Fourier Domain Mode Locking (FDML) OCT verglichen sie mit denen der derzeitigen Generation von Untersuchungsgeräten. Dazu wurde ein 1050 nm Swept-source FDML OCT-System konstruiert, welches mit einer A-Scan-Rate von 1,68 Mhz läuft und etwa 70° des Gesichtsfeldes abdeckt. Zwölf normale Augen wurden mit dem Gerät untersucht, um ein vollständig gefülltes Probeprotokoll (1900 × 1900 A-Scans) isotroper Dichte zu erhalten. Die Qualität der OCT-Scan-Bilder wurde mit der zweier kommerzieller OCT-Systeme (Heidelberg Spectralis und Stratus OCT) an den gleichen 12 Augen verglichen. Die rekonstruierten en-face Fundusbilder derselben FDML-OCT-Datensätze stellte man zudem farbigen, infraroten und Weitwickel-Laserscan-Bildern (SLO) gegenüber. Der Vergleich der cross-sectionalen Scans zeigte eine hohe Gesamtqualität der 15× gemittelten FDML Bilder bei 1,68 MHz [Gesamtqualitätsscore: 8,42 ± 0,52, Spannweite 0 (schlecht) – 10 (ausgezeichnet)], vergleichbar mit den derzeitigen Spektraldomänen OCTs (Gesamtqualitätsscore: 8,83 ± 0,39, p = 0,731). Mit dem FDML OCT wurde ein 3D-Dichte-Datensatz gewonnen, der auch die zentrale und mittel-periphere Retina umfasst. Die rekonstruierten FDML OCT en-face Fundusbilder hatten eine hohe Bildqualität, beurteilt anhand der Darstellung retinaler Strukturen wie Gefässen und dem Sehnervenkopf waren sie vergleichbar mit ophthalmoskopischen Laserscans (SLO). Der Gesamtqualitätsscore betrug 8,36 ± 0,51 für FDML OCT gegenüber 8,27 ± 0,65 für SLO (p = 0,717). Die Autoren fassen daher in der Juni-Ausgabe des Graefe’s Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology zusammen, dass das Ultra-wide-field Megahertz 3D FDML OCT bei 1,68 Mhz einsatzbereit ist und cross-sektionale Bilder von vergleichbarer Qualität wie die derzeitigen Spektral-Domänen-OCTs liefert. Darüberhinaus ergeben die rekonstruierten en-face Visualisierungen der Fundus-Bilder eine Weitwinkel-Ansicht von hoher Bildqualität verglichen mit den derzeitigen Geräten für die Fundusdarstellung. Die weitere Verbesserung auf > 30× der Bildgeschwindigkeit gegenüber der derzeitig erhältlichen kommerziellen Spektraldomänen-Technologie wird es ermöglichen, Dichte-Scan-Protokolle zu erheben, die zu einem Datensatz für hochqualitative cross-sektionale und en-face Bilder des posterioren Segments führen. (bs)

p>Autoren: Reznicek L, Klein T, Wieser W, Kernt M, Wolf A, Haritoglou C, Kampik A, Huber R, Neubauer AS. E-Mail: lukas.reznicek@med.uni-muenchen.de. Studie: Megahertz ultra-wide-field swept-source retina optical coherence tomography compared to current existing imaging devices. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2014 Jun;252(6):1009-16. doi: 10.1007/s00417-014-2640-4. Web: http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-014-2640-4.

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