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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Ranibizumab verlangsamt Zunahme der retinalen Nonperfusion bei diabetischem Makulaödem

MEDICAL RETINA Baltimore – mechentel news – Bei Patienten mit diabetischem Makulaödem (DME) untersuchten Peter A. Campochiaro et al. vom Wilmer Eye Institute an der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, USA, den Effekt einer Suppression des Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) durch monatliche Injektionen von Ranibizumab auf die posteriore retinale Nonperfusion (RNP). Dazu wurde eine retrospektive Analyse prospektiv erhobener Daten aus 2 randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden, klinischen Multicenter-Studien durchgeführt. Insgesamt wurden 666 Patienten mit DME eingeschlossen, bei denen ein unabhängiges Reading Center die Bildauswertungen übernahm und in Fluorescin-Angiogrammen, die während der Phase III-Studien RISE und RIDE erhoben worden waren, die Bereiche retinaler Nonperfusion bestimmte. Das Zielkriterium war der Prozentsatz der Patienten ohne posteriore RNP. Dieser Prozentsatz der Patienten ohne posteriore RNP verminderte sich in der Placebogruppe zwischen Startzeitpunkt und Monat 24, blieb in den 2 Ranibizumab-Gruppen aber relativ stabil. Nach 24 Monaten erhielt auch die Placebogruppe monatliche Injektionen von 0,5 mg Ranibizumab und die Unterschiede zwischen Placebo- und Ranibizumab-Gruppen nahmen ab. Der Prozentsatz der Patienten, die eine Zunahme der RNP gegenüber dem Ausgangswert aufwiesen, stieg mit der Zeit in allen 3 Gruppen, jedoch schneller in der Placebogruppe, was zu statistisch signifikanten Unterschieden zu jedem Zeitpunkt zwischen Monat 3 (9,6% vs. 18,5%; p = 0,016) und Monat 24 (16,1% vs. 37,6%; p < 0,0001) zwischen Ranibizumab 0,5 mg gegenüber Placebo und von Monat 6 (12,3% vs. 23,0%; p = 0,013) bis Monat 24 (15,0% vs. 37,6%; p < 0,0001) für Ranibizumab 0,3 mg führte. Der Einsatz von Ranibizumab in der vormaligen Placebo-Gruppe ab Monat 24 führte zu einer Abnahme des Prozentsatzes an Patienten mit einem Anstieg der posterioren RNP vom Ausgangszeitpunkt bis zum Monat 30 und 36, wohingegen die 2 Ranibizumab-Gruppen ihren graduellen Anstieg beibehielten. Die Autoren halten im April im Fachjournal Ophthalmology fest, dass, genauso wie hohe VEGF-Spiegel zur Progression retinaler Nonperfusion bei Retinavenenverschluss beitragen, dieses auch bei Patienten mit DME der Fall ist, was vermuten lässt, dass, unabhängig vom zugrunde liegenden Krankheitsprozess, hohe Spiegel von VEGF den Verschluss retinaler Gefässe verursachen können. Allerdings würden ihre Daten auch nahelegen, dass die VEGF-induzierte Verschlechterung der retinalen Perfusion bei DME durch eine andere, mehr graduell die Perfusion verschlechternde Ursache überformt sei, möglicherweise Glukotoxizität. Dennoch könnten monatliche Injektionen von Ranibizumab bei Patienten mit DME den Verschluss retinaler Kapillaren verlangsamen, wenn auch nicht komplett verhindern.(bs)

Autoren: Campochiaro PA, Wykoff CC, Shapiro H, Rubio RG, Ehrlich JS. E-Mail: pcampo@jhmi.edu. Studie: Neutralization of Vascular Endothelial Growth Factor Slows Progression of Retinal Nonperfusion in Patients with Diabetic Macular Edema. Quelle: Ophthalmology. 2014 Apr 23. pii: S0161-6420(14)00245-0. doi: 10.1016/j.ophtha.2014.03.021. [Epub ahead of print] Web: http://www.aaojournal.org/article/S0161-6420%2814%2900245-0/abstract.