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Kein Effekt der primären ADT auf Überleben nachweisbar

New Brunswick – mechentel news – Bei einem von sechs amerikanischen Männern wird während des Lebens ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Obwohl keine Zahlen vorliegen, die eine primäre Androgendeprivationstherapie (ADT) im Frühstadium eines Prostatakarzinoms unterstützen, wird die primäre ADT häufig beim lokalisierten Prostatakarzinom angewendet, insbesondere bei älteren Patienten. Grace L. Lu-Yao et al. von der Rutgers Robert Wood Johnson Medical School in New Brunswick, USA, untersuchten bei älteren Männern mit einem lokalisierten (T1/T2) Prostatakarzinom den langfristigen Einfluss primärer ADT auf das Überleben. Die populationsbasierte Kohortenstudie umfasste 66717 Medicare-Patienten im Alter von 66 Jahren oder älter, bei denen die Diagnose zwischen 1992 und 2009 gestellt und innerhalb von 180 Tagen nach der Diagnosestellung keine definitive lokale Therapie durchgeführt wurde. Die Studie wurde, abgedeckt durch das Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) Programm, in vordefinierten geografischen Regionen der USA durchgeführt. Um den Einfluss der primären ADT festzustellen und potentielle Biases durch unbestimmte Störfaktoren zu kontrollieren, wurden instrumentelle Variablenanalysen durchgeführt. Die Analyse verglich die Überlebensergebnisse des obersten Tertils der Regionen mit denen des untersten Tertils. Hauptendpunkte waren das Prostatakarzinom-spezifische Überleben und das Gesamtüberleben. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 110 Monaten war die primäre ADT nicht mit einem verbesserten 15-Jahres-Gesamt- oder Prostatakarzinom-spezifischen Überleben nach Diagnose eines lokalisierten Prostatakarzinoms verbunden. Bei Patienten mit einem mässig differenzierten Karzinom betrug das 15-Jahres-Gesamtüberleben 20,0% in Gebieten mit hohem Anteil von primärer ADT gegenüber 20,8% in Gebieten mit niedrigem Anteil (Differenz: 95% KI -2,2% bis 0,4%) und das 15-Jahre-Prostatakrebs-Überleben betrug 90,6% sowohl in den Gebieten mit häufiger als auch in denen mit seltener Verordnung von ADT (Differenz: 95% KI -1,1% bis 1,2%). Bei Patienten mit gering differenzierten Karzinomen wurde das 15-Jahres-Karzinomspezifische Überleben mit 78,6% in Regionen mit häufiger gegenüber 78,5% in Regionen mit seltener Verordnung von ADT bestimmt (Differenz: 95% KI -1,5% bis 0,4%). Die Autoren fassen daher in der im Juli erschienenen elektronischen Vorab-Publikation beim JAMA Internal Medicine zusammen, dass die primäre Androgendeprivationstherapie nicht mit einer Verbesserung des langfristigen Gesamt- und Krankheitsspezifischen Überleben verbunden ist. Ihrer Ansicht nach sollte die primäre ADT nur zur Linderung von Symptomen oder zur Vorbeugung gegen drohende Symptome durch Progression der Krankheit eingesetzt werden. (bs)

Autoren: Lu-Yao GL, Albertsen PC, Moore DF, Shih W, Lin Y, DiPaola RS, Yao SL. Studie: Fifteen-Year Survival Outcomes Following Primary Androgen-Deprivation Therapy for Localized Prostate Cancer. Quelle: JAMA Intern Med. 2014 Jul 14. doi: 10.1001/jamainternmed.2014.3028. [Epub ahead of print]. Web: http://archinte.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1887061.

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