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Bei Hunden mit spontanem Diabetes mellitus zunächst nur Proteinurie prävalent

DIABETISCHE RETINOPATHIE – Blacksburg – mechentel news – Bei Hunden sind Prävalenz und Progression vaskulärer Komplikationen beim spontanen Diabetes mellitus (DM) noch nicht beschrieben worden. Das Autorenteam um I. P. Herring vom Department of Small Animal Clinical Sciences am Virginia-Maryland Regional College of Veterinary Medicine in Blacksburg, USA, führte dazu eine prospektive, longitudinale Beobachtungsstudie an 17 privat gehaltenen Hunden mit spontanem DM durch, um die Auswirkungen abhängig von der Erkrankungsdauer, bestimmt als Zeitspanne seit Diagnose des DM, zu untersuchen und den glykämischen Einfluss auf Prävalenz von systemischer Hypertension, Proteinurie und diabetischer Retinopathie abzuschätzen. Hunde, bei denen der DM weniger als ein Jahr lang bestand, wurden in die Studie aufgenommen und über 2 Jahre alle 6 Monate untersucht. Dabei wurden der indirekte Blutdruck, Albumin im Urin, Eiweiss- und Kreatinin-Konzentration, Blutzuckerverläufe und Fructosamin-Konzentrationen im Serum gemessen sowie eine ophthalmologische Untersuchung und eine standardisierte Befragung zum Verhalten des Tieres durchgeführt. Elf Hunde konnten vollständig über die 2 Jahre beobachtet werden, wobei die höchste bestimmte Prävalenz von systolischer oder diastolischer Hypertension 55% bzw. 64% betrug. Die Prävalenz der Mikroalbuminurie und eines erhöhten Protein/Kreatinin-Verhältnisses im Urin (urine protein:creatinine ratio, UPC) betrug bis zu 73% bzw. 55%. Die Prävalenz einer Retinopathie lag bei bis zu 20%. Es konnte kein signifikanter Einfluss der Zeitspanne seit der Diabetes-Diagnose oder der glykämischen Einstellung für irgendeinen der Messwerte festgestellt werden. Zudem wurden keine signifikanten Beziehungen zwischen Blutdruck, Albuminkonzentration im Urin oder UPC und Retinopathie gefunden. Die Autoren fassen in der März/April-Ausgabe des Journal of Veterinary Internal Medicine zusammen, dass bei den Hunden in dieser Studie mit Ausnahme der Proteinurie, die in einigen Fällen erheblich war, keine klinisch bedeutsamen diabetischen Gefässkomplikationen nachgewiesen werden konnten.(bs)

Autoren: Herring IP, Panciera DL, Werre SR. Korrespondenz: I.P. Herring, Department of Small Animal Clinical Sciences, Virginia Tech, Blacksburg, VA 24061-0442. E-Mail: iherring@vt.edu. Studie: Longitudinal prevalence of hypertension, proteinuria, and retinopathy in dogs with spontaneous diabetes mellitus. Quelle: J Vet Intern Med. 2014 Mar-Apr;28(2):488-95. doi: 10.1111/jvim.12286. Web: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jvim.12286/abstract.

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