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Stärkere Androgensuppression durch kombinierte LHRH-Agonist/Abirateronacetat-Gabe

Boston – mechentel news – Die Heilungsraten für lokalisierte Hochrisiko-Prostatakarzinome und einige Prostatakarzinome mit mittlerem Risiko sind bei lokaler Therapie häufig nicht optimal. Die Ergebnisse werden durch begleitende Androgen-Deprivationstherapie (ADT) bei Radiatio verbessert, nicht jedoch durch begleitende ADT bei chirurgischer Behandlung. Ein Luteinisierungs-Hormon-Releasing-Hormon-Agonist (LHRHa, Leuprorelin-Acetat) vermindert Serum-Androgene nicht in dem Ausmass wie Abirateronacetat (AA), eine Vorstufe von Abirateron, einem CYP17-Hemmer, der das Serum-Testosteron senkt (< 1ng/dL) und das Überleben bei metastasiertem Prostatakarzinom verbessert. Die Möglichkeit, dass eine stärkere Androgensuppression bei Patienten mit lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom zu verbesserten klinischen Ergebnissen führen wird, lässt für die Autoren um  Mary-Ellen Taplin aus dem Dana-Farber Cancer Institute an der Harvard Medical School in Boston, USA, die Neubewertung neoadjuvanter ADT mit stärkerer Androgensuppression vorrangig erscheinen. Bei Patienten mit einem lokalisierten Hochrisisko-Prostatakarzinom (n = 58) wurde eine randomisierte, neoadjuvante Phase II Studie von LHRHa mit AA durchgeführt. In den ersten 12 Wochen wurden die Patienten randomisiert entweder nur LHRHa oder LHRHa plus AA zugeordnet. Nach einer Probe-Prostatabiopsie erhielten alle Patienten weitere 12 Wochen lang LHRHa plus AA, anschliessend erfolgte die Prostatektomie. Die Androgenspiegel innerhalb der in der 12. Woche gewonnenen Prostatabiopsien, einschliesslich des primären Endpunktes (Verhältnis Dihydrotestosteron/Testosteron) waren unter LHRHa plus AA signifikant niedriger als unter LHRHa allein (Dehydroepiandrosteron, Δ4-Androstene-3,17-dione und Dihydrotestosteron: alle p < 0,001; Testosteron: p < 0,05). Das pathologische Staging nach der Prostatektomie zeigte eine geringe Inzidenz kompletter Remissionen und minimaler residueller Zustände, wobei es sich in der Mehrheit um verbliebene T3- oder Lymphknoten-positive Erkrankungen handelte. Die Autoren fassen in der im Oktober beim Journal of Clinical Oncology veröffentlichten, elektronischen Vorabpublikation zusammen: Eine kombinierte LHRHa/AA-Therapie senkt die Gewebs-Androgene stärker als LHRHa alleine. Bei lokalisiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom kann eine intensive Suppression der intratumoralen Androgene durch LHRHa plus AA vor der Prostatektomie die Tumorlast verringern.(bs)

 

Autoren: Taplin ME, Montgomery B, Logothetis CJ, Bubley GJ, Richie JP, Dalkin BL, Sanda MG, Davis JW, Loda M, True LD, Troncoso P, Ye H, Lis RT, Marck BT, Matsumoto AM, Balk SP, Mostaghel EA, Penning TM, Nelson PS, Xie W, Jiang Z, Haqq CM, Tamae D, Tran N, Peng W, Kheoh T, Molina A, Kantoff PW. Korrespondenz: E-Mail: mary_taplin@dfci.harvard.edu. Studie: Intense Androgen-Deprivation Therapy With Abiraterone Acetate Plus Leuprolide Acetate in Patients With Localized High-Risk Prostate Cancer: Results of a Randomized Phase II Neoadjuvant Study. Quelle: J Clin Oncol. 2014 Oct 13. pii: JCO.2013.53.4578. [Epub ahead of print]. Web: http://jco.ascopubs.org/content/32/33/3705.abstract.

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