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Intraoperativer OCT-Einsatz ist sicher und oftmals nützlich

SURGICAL RETINA – Cleveland – mechentel news – Von den Autoren Justis P. Ehlers et al. aus dem Ophthalmic Imaging Center am Cole Eye Institue der Cleveland Clinic, USA, wurde eine Untersuchung zur Durchführbarkeit, Sicherheit und Nützlichkeit der intraoperativen optischen Kohärenztomografie (OCT) während augenchirurgischer Eingriffe vorgelegt. Dazu wurde eine prospektive konsekutive Fallserienstudie in dem einzelnen Zentrum aufgelegt. Das intraoperative Scanning wurde mittels eines Mikroskop-gestützten Spektraldomänen OCT-Systems durchgeführt. Für die Anwendung im vorderen und hinteren Augensegment wurden jeweils krankheits- und eingriffsspezifische Protokolle des Bildgebungsverfahrens (z.B. Typ und Muster, Grösse, Ausrichtung und Dichte des Scannings) angewandt. Unmittelbar nach Abschluss der Operation wurde vom Chirurgen ein Feedback-Formular ausgefüllt, das Teil des Studienprotokolls war und spezifische Fragen zum intraoperativen OCT-Einsatz enthielt. Innerhalb der ersten 24 Monate der PIONEER-Studie (The Prospective Intraoperative and Perioperative Ophthalmic ImagiNg With Optical CoherEncE TomogRaphy) wurden 531 Augen in die Studie einbezogen, 275 chirurgische Eingriffe im vorderen und 256 im hinteren Segment). Intraoperative OCT-Bildgebung wurde in 518 von 531 Augen (98%) eingesetzt. Das Feedback der Chirurgen wies darauf hin, dass intraoperative OCT den chirurgischen Entscheidungsprozess beeinflusste und das Wissen der Chirurgen über unterhalb liegende Gewebsstrukturen in 69 von 144 Fällen von lamellärer Keratoplastik (48%) und in 63 von 146 Fällen (43%) eines Membran-Peelings veränderte. Der häufigste chirurgische Eingriff des vorderen Segments war die posteriore lamelläre Keratoplastik (Descemet stripping automated endothelial keratoplasty, DSAEK, n = 135). Für den hinteren Augenabschnitt war die Vitrektomie mit Membranpeeling das häufigste Vorgehen (n = 154). Die durchschnittliche Zeitspanne, für die die Operation gestoppt wurde, um ein intraoperatives OCT durchzuführen, betrug 4,9 Minuten pro Scan. Dem intraoperativen OCT während des Eingriffs liessen sich keine unerwünschten Ereignisse spezifisch zuordnen. Die Autoren fassen in ihrer elektronischen Vorab-Publikation beim American Journal of Ophthalmology im Juli zusammen: Intraoperative OCT ist für zahlreiche augenchirurgische Eingriffe des vorderen und hinteren Segmentes einsetzbar. Ein Mikroskop-gestütztes intraoperatives OCT-System liefert eine aussagekräftige Bildgebung während des Eingriffs. Die so gewonnenen Erkenntnisse können in einem hohen Ausmass die chirurgischen Entscheidungsprozesse bei Eingriffen sowohl im vorderen als auch im hinteren Augenabschnitt beeinflussen.(bs)
 

Autoren: Ehlers JP, Dupps WJ, Kaiser PK, Goshe J, Singh RP, Petkovsek D, Srivastava SK. E-Mail: ehlersj@ccf.org. Studie: The Prospective Intraoperative and Perioperative Ophthalmic ImagiNg With Optical CoherEncE TomogRaphy (PIONEER) Study: 2-Year Results. Quelle: Am J Ophthalmol. 2014 Jul 29. pii: S0002-9394(14)00455-3. doi: 10.1016/j.ajo.2014.07.034. [Epub ahead of print] Web: http://www.ajo.com/article/S0002-9394%2814%2900455-3/abstract.

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