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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Höhere Komplikationsrate bei DMEK am vitrektomierten Auge

CORNEA Tübingen – mechentel news – Ziel dieser Studie von Efdal Yoeruek et al. aus der Augenklinik der Eberhard-Karls Universität in Tübingen, Deutschland, war es, die klinischen Ergebnisse von Hornhauttransplantationen nach dem DMEK-Verfahren (descemet membrane endothelial keratoplasty) bei vitrektomierten Augen zu untersuchen. Die Behandlungsunterlagen wurden hinsichtlich demographischer Daten, Werten des bestkorrigierten Visus (best spectacle-corrected visual acuity, BCVA) zum Ausgangs- und Endzeitpunkt der Nachbeobachtung, endothelialer Zelldichte und Indikation für die DMEK gesichtet. Die Operationsnotizen wurden analysiert, um eventuelle spezifische intraoperative Ereignisse festzustellen. Insgesamt wurden 281 DMEK-Fälle durchgesehen. 20 wurden als passend in die Studie aufgenommen. Bei 17 Augen war in der Vorgeschichte eine anteriore Vitrektomie und bei 13 eine komplette Entfernung des Glaskörpers vorausgegangen. Das Alter lag zwischen 37 und 78 Jahren (Durchschnitt 62,9 Jahre) und der mittlere Nachbeobachtungszeitraum nach DMEK betrug 11,2 Monate (3 – 29 Monate). Der mittlere präoperative BCVA-Wert lag bei 1,4 ± 9,5 logMAR (logarithm of minimum angle of resolution) und verbesserte sich auf 1,0 ± 0,5 logMAR nach 4 Wochen (p = 0,0290). Bei den Untersuchungen nach 6 und 12 Monaten betrug der mittlere BCVA-Wert 0,8 ± 0,6 logMAR (p = 0,0055) bzw. 0,6 ± 0,3 logMAR (p = 0,0001). In allen Fällen hatten okuläre Komorbiditäten ebenfalls Einfluss auf den BCVA-Wert. In 13 Fällen ergaben sich signifikante intraoperative Komplikationen. Unmittelbar postoperativ wurde in 2 Fällen über einen iatrogenen primären Transplantations-Misserfolg berichtet (2/20). Bei 4 Augen wurde später ein Misserfolg der Transplantation beobachtet. In 2 Augen kam es zu einer Exazerbation des vorbestehenden Glaukoms. Die durchschnittliche präoperative Endothelzelldichte wurde mit 2301 ± 159 Zellen pro Quadratmillimeter bestimmt; die postoperativen Kontrolluntersuchungen nach 6 und 12 Monaten ergaben eine Abnahme auf 1398 ± 161 Zellen bzw. 1241 ± 155 pro Quadratmillimeter. Die Autoren fassen in der Januar-Ausgabe des Fachjournals Cornea zusammen, dass die DMEK in Bezug auf die Wiederherstellung der Sehschärfe selbst bei vitrektomierten Augen erfolgreich zu sein scheint. Allerdings war die Gesamtkomplikationsrate höher als bei der Standard-DMEK.
 

Autoren: Yoeruek E, Rubino G, Bayyoud T, Bartz-Schmidt KU. Studie: Descemet membrane endothelial keratoplasty in vitrectomized eyes: clinical results. Quelle: Cornea. 2015 Jan;34(1):1-5. doi: 10.1097/ICO.0000000000000288. Web: http://journals.lww.com/corneajrnl/pages/articleviewer.aspx?year=2015&issue=01000&article=00001&type=abstract.