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PSA-Screening alle 2 bis 3 Jahre zwischen 55. und 59. Lebensjahr am kosteneffektivsten

Rotterdam – mechentel news – Die Ergebnisse der European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC) zeigten eine statistisch signifikante Senkung der Prostatakarzinom-Mortalität um 29% bei den Männern im Interventionsarm, die an Screeninguntersuchungen teilnahmen und eine Reduktion der gewonnenen qualitätsadjustierten Lebensjahre um 23%. Allerdings könnte es alternative Screeningstrategien auf Prostata spezifisches Antigen (PSA) geben, die die Effekte hinsichtlich Reduktion der Mortalität,  Lebensqualität, Überdiagnostik und Kosten optimieren. Die Autoren aus mehreren europäischen Ländern und den USA um Eveline A. Heijnsdijk vom Department of Public Health und dem Department of Urology des Erasmus Medical Center in Rotterdam, Niederlande, führten dazu Berechnungen anhand von Mikrosimulationsmodellen durch. Auf der Basis der ERSPC-Studiendaten sagten sie die Anzahl diagnostizierter Prostatakarzinome, der verhinderten Todesfälle durch Prostatakarzinom, der gewonnenen Lebensjahre und qualitätsadjustierten Lebensjahre (QALY) sowie der Kosten-Effektivität für 68 Screening-Strategien, beginnend im Alter von 55 Jahren und mit einem PSA-Grenzwert von 3, voraus. Die Screening-Strategien unterschieden sich hinsichtlich des Lebensalters, in welchem das Screening beendet wurde und bezüglich des Screening-Intervalls (jährlich bis zu 14jährlich oder einmalig im Leben) und somit in der Anzahl der Tests. Screening in kurzen Intervallen von 3 Jahren oder weniger war kosteneffektiver als wenn längere Intervalle gewählt wurden. Ein Screening im Alter von 55 bis 59 Jahren mit 2jährigen Intervallen ergab ein zunehmendes Kosten-Nutzen-Verhältnis von $73000 pro gewonnenem QALY und wurde als optimal angesehen. Mit dieser Strategie wurde eine Prostatakarzinom-bedingte Lebenszeitverkürzung von 13% vorhergesagt und 33% der durch das Screening entdeckten Karzinome wären überdiagnostiziert. Wenn eine bessere Lebensqualität für die Zeit nach der Behandlung erreicht werden könnte, gelte ein höhere Alter von 65 bis 72 Jahren als Endpunkt für das Screening. Die Autoren fassen in der Januar-Ausgabe des Journal of the National Cancer Institute zusammen, dass Prostata-Screening kosteneffektiv sein kann, wenn es auf zwei bis drei Screenings im Alter von 55 bis 59 Jahren begrenzt wird. Screenings oberhalb eines Alters von 63 Jahren sind aufgrund des Verlustes von QALYs durch Überdiagnosen weniger kosteneffektiv.(BS)

Autoren: Heijnsdijk EA, de Carvalho TM, Auvinen A, Zappa M, Nelen V, Kwiatkowski M, Villers A, Páez A, Moss SM, Tammela TL, Recker F, Denis L, Carlsson SV, Wever EM, Bangma CH, Schröder FH, Roobol MJ, Hugosson J, de Koning HJ. Korrespondenz: Eveline Heijnsdijk, PhD, Department of Public Health, Erasmus MC, PO Box 2040, 3000 CA Rotterdam, The Netherlands. E-Mail: e.heijnsdijk@erasmusmc.nl. Studie: Cost-effectiveness of prostate cancer screening: a simulation study based on ERSPC data. Quelle: J Natl Cancer Inst 2015 107: dju366. doi: 10.1093/jnci/dju366. Web: http://jnci.oxfordjournals.org/content/107/1/dju366.abstract.

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