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Bessere Ergebnisse bei kontralaterale Implantation von multifokalen IOLs unterschiedlicher Addition

Fukuoka – mechentel news – Am Hayashi Eye Hospital in Fukuoka, Japan, verglichen Ken Hayashi und Kollegen die kurzfristigen binokularen Visusergebnisse bei Patienten, denen diffraktive multifokale Intraokularlinsen (MIOLs) mit jeweils unterschiedlicher Addition in beiden Augen implantiert worden waren, gegenüber Patienten nach Implantation identischer MIOLS beidseitig. Die Studie umfasste 70 Patienten, die für die Implantation von diffraktiven MIOLs geplant waren. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. In der ersten Gruppe wurde den Patienten eine MIOL mit einer Addition von + 3,0 D in das dominante Auge (Alcon® SN60D1) und eine MIOL mit einer Addition von + 4,0 D in das nicht-dominante Auge implantiert (SN60D3). In der zweiten Gruppe wurde den Patienten die gleiche MIOL (SN60D1) beidseits implantiert. Drei Monate nach dem Eingriff ermittelten die Forscher den binokularen Visus in verschiedenen Distanzen, die binokulare Kontrastsehschärfe, die Sehschärfe unter Blendung sowie das Stereosehen in der Nähe. Sie stellten fest, dass sowohl der durchschnittliche binokulare unkorrigierte Visus (UNV) als auch der korrigierte Nahvisus bei 0,3 m in der Gruppe mit zwei verschiedenen Implantaten signifikant besser war als in der Gruppe, bei denen die gleiche Intraokularlinse in beide Augen implantiert worden war (p ≤ 0,0066). Der binokulare UNV und der Visus mit Fernkorrektur in anderen Distanzen waren in beiden Gruppen gleich. Ein binokularer UNV von 0,8 oder besser wurde von 77,1 % der Patienten der Kombinationsgruppe und von 45,7 % der Gruppe mit den einheitlichen MIOLs erreicht (p = 0,0144). Die binokulare Kontrastsehschärfe, Blendungssehschärfe und das Stereosehen unterschieden sich nicht signifikant in beiden Gruppen. Die Brillenunabhängigkeit und Patientenzufriedenheit im Bereich des Nahvisus waren signifikant besser in der Gruppe mit unterschiedlichen implantierten MIOLs (p ≤ 0,0195). Aus ihren Ergebnissen schlussfolgern die Autoren im Dezember 2014 in einer elektronischen Vorabpublikation der Fachzeitschrift Acta Ophthalmologica, dass die Implantation von diffraktiven multifokalen Intraokularlinsen (MIOLs) mit unterschiedlicher Addition zu einer verbesserten binokularen Sehschärfe und Brillenunabhängigkeit führt und hierbei die Kontrastempfindlichkeit und das Stereosehen nicht beeinträchtigt werden. (js)

Autoren: Hayashi K, Yoshida M, Hirata A, Yoshimura K. Korrespondenz: Ken Hayashi, MD Hayashi Eye Hospital, 4-23-35, Hakataekimae, Hakata-Ku, Fukuoka 812-0011, Japan. E-Mail: hayashi-ken@hayashi.or.jp. Studie: Short-term outcomes of combined implantation of diffractive multifocal intraocular lenses with different addition power. Quelle: Acta Ophthalmol. 2014 Dec 28. doi: 10.1111/aos.12591. [Epub ahead of print]. Web: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/aos.12591/abstract.

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