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Langfristige Überwachung der Patienten mit SmartPlug hinsichtlich Kanalikulitis erforderlich

Graz – mechentel news – Angelika Klein-Theyer et al. aus der Universitäts-Augenklinik der Medizinischen Universität Graz in Österreich untersuchten in einer retrospekiven Studie die Langzeit-Prävalenz einer Kanalikulitis bei Einsatz eines sog. SmartPlug™, eines dauerhaft intrakanalikulär verbleibenden, thermodynamischen Acryl-Plugs. Die Studie umfasste 42 Augen von 25 Patienten mit trockenem Auge, die in der Einrichtung in den Jahren von 2004 bis 2008 einen SmartPlug eingesetzt bekamen. Bei allen Patienten war vor dem Einsetzen des SmartPlug eine Spülung der Tränenwege durchgeführt worden, um die Durchgängigkeit des Systems sicherzustellen. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 7,9 (5,6 – 10,5) Jahre nach dem Einsatz des Plugs. Sechs Patienten (sieben Augen) von 25 Patienten (42 Augen) entwickelten eine Kanalikulitis. Die Prävalenz einer Kanalikulitis pro Patient lag bei 24 % und pro SmartPlug bei 16,6 %. Der durchschnittliche Zeitraum vom Einsatz des SmartPlugs bis zum Beginn der Erkrankung betrug 4,7 (1,4 – 6,0) Jahre. Das mittlere Alter der betroffenen Patienten wurde mit 61,5 (36 – 74) Jahren bestimmt. Fünf dieser Patienten waren Frauen und einer männlich. In vier Augen wurde Actinomyces und in drei Augen Staphylococcus aureus als Erreger nachgewiesen. Bei fünf Patienten (sechs Augen) konnte die Kanalikulitis durch Gabe topischer Antibiotika und wiederholte Tränengangsspülungen mit Antibiotika und Povidon-Iod behoben werden. Bei einem Patienten war eine Kanalikulotomie erforderlich, um eine Heilung zu erreichen. Die Autoren weisen in der elektronischen Vorab-Publikation von Februar 2015 im British Journal of Ophthalmology darauf hin, dass der späte Beginn von Komplikationen nach Einsatz eines SmartPlugs eine langfristige Nachbeobachtung erforderlich macht, um die Mehrzahl der mit SmartPlugs verbundenen Komplikationen zu erkennen. Die bei den Patienten dieser Studie innerhalb einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 10,5 Jahren nach Einsatz eines SmartPlug beobachtete Prävalenz einer Kanalikulitis sei die bislang höchste in der Literatur publizierte. (bs)

Autoren: Klein-Theyer A, Boldin I, Rabensteiner DF, Aminfar H, Horwath-Winter J. Korrespondenz: Dr Angelika Klein-Theyer, Department of Ophthalmology, Medical University of Graz, Auenbruggerplatz 4, 8036 Graz, Austria. E-Mail: angelika.klein@medunigraz.at. Studie: Prevalence of canaliculitis after smartplug insertion during long-term follow-up. Quelle: Br J Ophthalmol. 2015 Feb 26. pii: bjophthalmol-2014-306290. doi: 10.1136/bjophthalmol-2014-306290. [Epub ahead of print]. Web: http://bjo.bmj.com/content/early/2015/02/26/bjophthalmol-2014-306290.abstract.

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